Österreicher-Rundschau von zart bis hart

"The unexpected EP" von Bernhard Eder

Sebastian Fasthuber
FALTER 17/2010

The unexpected EP
Bernhard Eder
Solaris Empire 2010

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Neues von Bernhard Eder, ganz "Unexpected" (Tron/Hoanzl). Erst vor einem Jahr war der Singer/Songwriter mit "Tales from the East Side" aus Berlin zurückgekehrt, nun legt er eine EP mit fünf Songs vor. Das ins Ohr gehende Titelstück fährt Bläser auf, der Rest ist feiner gewoben, aber um nichts schwächer. Drei Songs sind Coverversionen – "Blurry" (Puddle Of Mudd), "I Follow My Heart" (Velojet) sowie, jawohl, "Thunderstruck" (AC/DC). Allesamt gelungene Aneignungen, die man erst auf den zweiten Blick mit den Originalen in Verbindung bringt. Der Mann wird immer besser.
Ähnliches kann man von dem Wiener Elektropop-Trio Jellybeat, das nach längerer Pause mit "Don't Let Us Be Misunderstood" (Pate) sein fünftes Album vorlegt, nicht behaupten. Statt der Band Stagnation vorzuwerfen, ließe sich freilich positiv anmerken, dass sie ihrem Weg zwischen Britpop und Big Beat treu geblieben ist. Das neue Material klingt so sehr nach 1995, dass man es fast schon wieder für hip halten könnte. Aber eben nur fast.
Was ihre Vorliebe fürs Tanzen und euphorische Zustände betrifft, können sich Jellybeat und Blockwerk die Hände reichen. Als Duobastelei der Burgenländer Ingmar Versolmann und Alfons Bauernfeind existiert das Projekt schon seit 18 (!) Jahren, als fünfköpfige Band legt man jetzt das späte Debüt "Blockwerk" (Oddtime) vor. Auch diese Musiker sind Kinder der 90er, geben ihren flotten Liedern durch eine zeitgemäße Vermengung von Elektronik und Gitarren aber einen modernen Anstrich.
My Name Is Music haben sich Phoebe Hall (Gesang) und Niki Altmann (Gitarre, Bass, Schlagzeug) als Namen auserkoren. Auf ihrem Album "My Name Is Music" (Pate) treffen sich angerauter Gitarrenpop, halbwegs funky Rhythmen und eine angedeutete Rockröhre. Überhaupt klingt die Musik für eine LoFi-Produktion recht kräftig. Songschreib- und texttechnisch besteht noch einiges an Aufholbedarf, live sollte der Sound des Duos aber durchaus Spaß machen.

Bernhard Eder: 7.5., project space (Popfest).
Jellybeat: 11.5., Chelsea.
My Name Is Music: 3.5., B72.


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