Chansons für Wien und den Rest der Welt

"The town in between 2-Lieder an die Stadt Wien" von Tini Trampler & Playbackdolls

Stefanie Panzenböck
FALTER 24/2018

The town in between 2-Lieder an die Stadt Wien
Tini Trampler & Playbackdolls
PREISER 2018
€ 16,80

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Sie sind die feinen Herren des Chansons wienerischer Zunge, dennoch sind ihre Zoten deftig, doch auch wieder lyrisch elegant, ihre Reime unübertroffen. Das Trio Lepschi schließt mit seinem fünften Album „Oleanda!“ (non food factory) und dem ersten in neuer Besetzung an vorangegangene Werke an, wenn auch wieder ein Stück charmanter und kunstvoller. Ein französisierter Tango leitet „Oleanda!“ ein, der erste Höhepunkt folgt an dritter Stelle mit dem Titellied, in dem man erfährt, dass „a Orchidee a ­Oasch Idee“ ist. Die stärksten Lieder sind dieses Mal die etwas traurigen, leicht verzweifelt augenzwinkernden. Etwa wenn es heißt: „I siach an Tunnl am Ende vom Liacht.“
Ebenfalls an einem Tango versucht sich das Quartett Bratfisch. Er fällt etwas weniger elegant aus, doch die Instrumentalstücke des Albums „Grüner wird’s nicht“ (Fischfabrik) sind weltmusikalisch kreativ komponiert, fröhlich, nur hin und wieder etwas belanglos. Besonders gelungen ist das Titellied, weich und träumerisch. Beim Instrumentalen hätte es Bratfisch belassen sollen. Die Texte der Lieder sind pointenfrei und platt.
Zwei Alben in aufwendig gemachten Booklets (die tatsächlich wie kleine Bücher aussehen) präsentiert die Singer-Songwriterin Tini Trampler mit ihrer Band Playbackdolls: „The Town in between 1 – Lieder an die Städte der Welt“ und „The Town in between 2 – Lieder an die Stadt Wien“ (Preiser). Klanglich sympathisch, dem Genre des weltmusikalischen Pop (in deutscher und englischer Sprache) zuzurechnen, bleibt die Kunst aber bei der Bookletgestaltung hängen. Die Stücke entwickeln sich nach einem oft erfrischenden Auftakt kaum weiter. Das Konzept, Lieder an und über Städte sowie urbane Herausforderungen zu schreiben, geht bis auf wenige Ausnahmen („Tanz der Schnecken“) nicht auf. Zu oft werden Klischees bemüht wie in „Kaffeehaus“. Ein ambitioniertes Projekt, das an die eigenen Ansprüche nicht herankommt.


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