Buntes und Trauriges aus dem Synthesizer

"Evolution II" von Paenda

Sebastian Fasthuber
FALTER 17/2019

Evolution II
Paenda
Wohnzimmer - 2019
19,90

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Bevor demnächst die große Hektik um ihren Antritt beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv, den Song „Limits“ und die optische Inszenierung der Performance ausbricht, veröffentlicht die österreichische Teilnehmerin Paenda ihr neues Studioalbum. Ein bisschen wirkt dieses ungewöhnliche Timing, als wollte die 1988 als Gabriela Horn in Deutschlandsberg geborene Musikerin sagen: Schaut her, ich habe mehr als nur diesen einen Song. Die Sängerin, Songschreiberin und Produzentin in Personalunion versammelt auf „Evolution II“ (Wohnzimmer) zehn Stücke mit recht abwechslungsreichem Elektropop. Die meisten klingen kunterbunt und modern im Sound wie auch in den Arrangements. Die wirklich starken Momente sind aber leider etwas spärlich gesät und so ist „Limits“ dann eben doch der herausragende Song.

Kinder von Traurigkeit – in einer musikalisch bittersüßen Ausprägung – sind die Tiroler Sängerin Anna Widauer und der Elektroniker und Schlagzeuger Chris Norz, die das Duo Low Potion bilden. Beide haben Jazz studiert, präferieren inzwischen aber elektronischen Pop. Doch so eindeutig ist die Sache nicht. Denn auf „Silk Blue“ (DDR) wollen sie sich zwischen Singer/Songwriter-Stoff und Elektronik, englischsprachigen Texten und Ausflügen in Tiroler Dialekt, leiser Intensität, Sound-Basteleien und Eingängigkeit nicht entscheiden. Müssen sie auch nicht.

Vor sieben Jahren veröffentlichte das musizierende Paar Nina und Alfons Bauernfeind als La Fons sein Debüt „Am Anfang war das Lied“. Es stand im Zeichen verträumter Songs, die ihre Intensität aus der Reduktion bezogen – in puncto Komposition und Instrumentierung. Der Nachfolger „II“ (Lindo) setzt nun wieder genau da an. Songs wie „High on the Rocket“ erinnern an The xx in deren Balladen-Momenten. Manchmal wummert kurz ein Bass-Sound, aber eben nur kurz. In der Ruhe liegt die Kraft von La Fons.


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