Drei mal bläser

"Sassified" von Jon Sass

Carsten Fastner
FALTER 35/2005

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Der Tubist hat's am schwersten von allen Bläsern, und damit sind nicht die paar Kilo seiner Tuba gemeint, die einen Über-zwei-Meter-Mann wie Jon Sass wohl ohnehin nicht weiter belasten, sondern die eingeschränkten solistischen Spielmöglichkeiten des Instruments. Dem ewigen Bassspiel entgeht der New Yorker in Wien gern durch den verstärkten Einsatz von Geräuschen, die man einer Tuba niemals zutrauen würde. Für seine neue Solo-CD "Sassified" (www.jonsass.com) aber hat er sich etwas anderes einfallen lassen: Er schrieb und arrangierte sich 13 von Soul, Funk und Jazz inspirierte Nummern, die er (mit perkussiver Unterstützung durch Jatinder Thakur und Franz Schmuck) im Mehrspurverfahren allesamt allein einspielte. Angesichts ihrer "monokulturellen" Besetzung sind seine Bläsersätze ziemlich differenziert ausgefallen, und überhaupt beweist Sass atemberaubende Agilität, Geschmeidigkeit und Virtuosität im Umgang mit dem vermeintlich schwerfälligen Instrument. Musikalisch aber reicht "Sassified" - auch aufgrund des allzu glatten Studiosounds - leider nicht wirklich über die Vokalakrobatik eines Bobby McFerrin hinaus.


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