Empfohlen Filmkritik

Free Lunch Society

© Golden Girls


Filmemacher und Volkswirt Christian Tod widmet sich der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. Der rund um den Globus gedrehte Dokumentarfilm, in dem Wissenschaftlerinnen, Unternehmer, Politiker und Bürgerrechtlerinnen zu Wort kommen, blickt aus der Zukunft auf das Heute. Die Erzählerin stammt aus dem von Geld und materiellen Nöten befreiten 24. Jahrhundert - wie auch "Star Trek"-Captain Jean-Luc Picard, dessen "Gastauftritte" den Film einrahmen. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Christian Tod
Land:
Land:
Ö/D
Jahr:
Jahr:
2016
Dauer:
Dauer:
100 min
Kinostart:
Kinostart:
5. Mai 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Captain Picard ist dafür: "Free Lunch Society"

SABINA ZEITHAMMER | 03.05.2017

Auf ihren Gesichtern ist die Freude abzulesen: Die Bewohner eines namibischen Dorfes erhielten im Rahmen des "Basic Income Grant"-Experiments (2008-2012) eine monatliche Auszahlung. Großteils benutzten sie diese für die Schulbildung der Kinder, Krankenhausrechnungen sowie berufliche Investitionen. Das Experiment ist eines von vielen weltweiten Projekten, politischen Initiativen und Bürgerbewegungen von den 1960ern bis heute, die Filmemacher und Volkswirt Christian Tod in seiner Doku "Free Lunch Society" zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) beleuchtet. Weitere Kapitel sind der Arbeitsmotivation, Macht, Demokratie und Automatisierung gewidmet.

Aufgelockert wird das Werk, in dem Wissenschaftlerinnen, Unternehmer, Bürgerrechtlerinnen, Politiker und Bürger zu Wort kommen, mit der verspielten Idee, aus der Zukunft aufs Heute zu blicken. Die Erzählerin stammt aus dem von Geld und materiellen Nöten befreiten 24. Jahrhundert - wie "Star Trek"-Captain Jean-Luc Picard, dessen "Gastauftritte" den Film einrahmen. Diese verweisen wiederum auf den Kern der Doku: Anstelle wirtschaftlicher Berechnungen konzentriert sich Tod auf die Tatsache, dass vielen Menschen die Vorstellung eines BGE (noch) völlig fremd ist. Mit zum Spannendsten gehört die Behandlung der Frage, warum das Vertrauen in diese Form der Freiheit so gering ist - und welche Konsequenzen sie hätte.

Tod ist seinem Thema gegenüber klar positiv eingestellt, was "Free Lunch Society" mehr Appellcharakter als jenen einer Doku verleiht. Die filmische Ermutigung, sich mit dem Gedanken eines BGE vertraut zu machen, ist einerseits hoch inspirierend. Der Mangel an präsentierter Kritik unterstreicht andererseits aber auch den Status des zarten Pflänzchens, den die Idee nach wie vor hat.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)

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