Empfohlen Filmkritik

Guardians of the Earth

© Soleil Film


Malinowskis eindringliche Doku beobachtet das Geschehen beim Weltklimagipfel, zu dem Ende 2015 die Delegierten aus 195 Ländern in Paris zusammenkamen, um ein Abkommen zu ratifizieren, von dem unser aller Zukunft abhängt.

Regie:
Regie:
Filip Antoni Malinowski
Land:
Land:
Ö/D
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
86 min
Kinostart:
Kinostart:
17. November 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Als in Paris die Rettung der Erde beschlossen wurde

Benedikt Narodoslasky | 15.11.2017

Das Zusammentreffen der Welt wird um einen Tag verlängert. Es geht um nichts weniger als um ihre Rettung. Bis zum Schluss ringen die Staaten um einen Kompromiss im Kampf gegen den Klimawandel. Auf der einen Seite stehen Länder wie die Marshall-Inseln, die unterzugehen drohen. Für sie geht es um ihre Existenz. Auf der anderen Seite Staaten wie Saudi-Arabien. Sie begründen ihren Reichtum auf fossiler Energie - der Wurzel der Klimakrise -und wollen ihre Einkünfte sichern.

In diesen Dezembertagen 2015 wird in Paris Weltgeschichte geschrieben. Der in Wien lebende Regisseur Filip Antoni Malinowski hat sie in seinem Dokumentarfilm "Guardians of the Earth" eingefangen, der passend zur aktuellen Klimakonferenz in Bonn erscheint. Er kommt den handelnden Personen dabei sehr nahe. Etwa Laurent Fabius, dem Präsidenten der Konferenz in Paris. "Ich habe keinen Plan B", sagt er im Interview, "in wenigen Stunden werde ich einen finalen Vertragstext vorschlagen."

Es wird ein historischer Vertrag werden. Knapp 200 Staaten kommen in Paris überein, die Überhitzung der Erde zu stoppen. Es soll nur 1,5 Grad heißer werden dürfen als vor dem industriellen Zeitalter. Der Film dokumentiert, wie komplex solche Weltverhandlungen verlaufen. Er zeigt die unterschiedlichen Positionen der Länder und lässt den Zuschauer bei Verhandlungen hinter die Kulissen blicken. Dabei fängt er auch die Stimmung und die Organisation eines so monumentalen Ereignisses ein: die großen, leeren Hallen vor dem Ansturm. Die Sicherheitskräfte, die sich bewaffnen, um die politische Weltelite von US-Präsident Barack Obama abwärts zu schützen. Die Busse, aus denen unzählige Verhandler strömen. Die bunte Menschenschar, die Trachten, die Sprachprobleme.

"Guardians of the Earth" inszeniert einen spannenden Countdown bis zum Finale und spart dabei nicht an Emotion. Bewegend, wie dem Verhandler der Philippinen die Stimme versagt, als er von den Verwüstungen des Taifuns erzählt, der während der Konferenz über sein Land fegt, und wie er in diesen Stunden um seine Familie bangt. Skurril die Seelenruhe eines Klimaaktivisten, der gelassen ein Interview gibt, während ihn die Sicherheitskräfte hinaustragen.

Ab Fr im Metro Kinokulturhaus

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