Empfohlen Filmkritik

Life, Animated

© Polyfilm / Thomas Bergmann


Eine unglaubliche Geschichte! Im Alter von vier Jahren wurde bei Owen Suskind plötzlich Autismus diagnostiziert. Doch mithilfe von Disney-Filmen fand er seine Sprache wieder, lernte zu lesen und schreiben und wuchs zu einem ganz eigenständigen jungen Mann heran. Erklären lässt diese wundersame Entwicklung sich damit, dass Owen die übergroßen Emotionen von Peter Pan, Mogli, Arielle & Co. viel leichter verstehen und an ihnen Sozialverhalten erlernen konnte. Vater Ron Suskind, ein ehemaliger Journalist und Autor des Sachbuch-Bestsellers "Life, Animated: A Story of Sidekicks, Heroes, and Autism", schrieb selbst das Drehbuch zu dieser anrührenden, 2017 auch für einen Oscar nominierten Doku. (Michael Omasta)

Regie:
Regie:
Roger Ross Williams
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2016
Dauer:
Dauer:
92 min
Kinostart:
Kinostart:
7. Juli 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Luftschlösser und dunkle Wolken: "Life, Animated"

VANESSA SCHARRER | 05.07.2017

Da gibt es schöne Prinzessinnen, mutige Prinzen, lustige tierische Sidekicks und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse: Die Rede ist von Disney-Animationsfilmen, der Mutter aller Kinderfilme.

Owen Suskind ist ein regelrechter Nerd in Sachen Disney. Er hat alle Filme gesehen und kann ihre Dialoge auswendig. Im Gegenzug fällt es ihm umso schwerer, mit den täglichen Anforderungen seines Lebens umzugehen.

Owen fühlt sich von seiner Umwelt überfordert und Disneys Darstellung der Welt hingegen könnte kaum einfacher sein, komplexe zwischenmenschliche Beziehungen und Entscheidungen werden vereinfacht und zum Schluss folgt ein Happy End. Der dokumentarische Film "Life, Animated" von Roger Ross Williams beschreibt, wie bei Owen als Kind Autismus diagnostiziert wird und wie er als 23-Jähriger ein selbstständiger Mensch werden möchte, mit Job, Wohnung und Freundin. Die Geschichten in Filmen wie "Aladdin" oder "König der Löwen" sind ein System, in dem er sich auskennt und das er auf die Welt zu übertragen versucht. Owen sah sich als Kind als Teil des Disney-Universums, deshalb inszeniert der Film den jungen Owen als animierte Figur, die sich gegen Fuzzbutch wehren muss, ein Monster, das für eine dunkle rauschende Wolke im Kopf sorgt, die verhindert, dass man die Umwelt klar aufnehmen kann.

Der Film stellt die Welt des jungen Mannes auf eine verständliche Weise dar und involviert die Blickwinkel seiner Eltern und seines älteren Bruders. Er basiert auf der Vorlage von Ron Suskind, Owens Vater. Dieser erzählt nicht nur die Geschichte seines Sohnes, sondern vor allem die Geschichte seiner Familie, die sich in das Disney-Universum begibt, um Owen zu erreichen, der sich immer mehr aus der realen Welt zurückzieht.

Ab Fr im Filmcasino (OmU)

Anzeige

Für diesen Film gibt es derzeit leider keine Termine

Anzeige

Diese Filme könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige