Filmkritik

Spider-Man: Homecoming

© Sony


Selbst ein Superheld wie Spider-Man fängt klein an: Peter Parker, der wieder bei seiner Tante in New York wohnt und noch zur Highschool geht, verschaut sich in Liz und bekommt's mit einem gefährlichen neuen Gegner zu tun: Michael Keaton alias "Birdman" Vulture.

Regie:
Regie:
Jon Watts
Darsteller:
Darsteller:
Tom Holland, Robert Downey jr., Michael Keaton, Jon Favreau, Marisa Tomei, Donald Glover, Tyne Daly
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
122 min
Kinostart:
Kinostart:
13. Juli 2017

Gut vernetzt, am Boden geblieben: ''Spider-Man"

DAVID AUER | 12.07.2017

Zum zweiten Mal schon wagt Spider-Man einen Neubeginn, aber diesmal ist er vernetzt. Endlich darf auch er bei den Avengers mitmischen, vorerst jedoch nur als Praktikant. Wartend auf den nächsten Einsatz nach "Captain America: Civil War" kommt er im Alleingang den üblen Machenschaften eines Bösewichts auf die Schliche. Gespielt wird dieser von Michael Keaton, der nach Bat-und Birdman zum dritten Mal gekonnt seinen Vogel als Vulture auslebt.

Im Gegensatz zu den bisherigen fünf Filmen gibt es trotzdem nur wenig Schwindel-Action zu bestaunen, dafür die Untauglichkeit von Spinnenskills im Suburb zu belachen. Ohne Wolkenkratzer muss sich Peter Parker so fortbewegen wie du und ich, nämlich zu Fuß. Konsequent wird in "Spider-Man: Homecoming" Bodenständigkeit ebenso besungen wie medienkompetente Nerdigkeit als Softskill-Normalität für Teens und Dauerjuvenile. Er erinnert also mehr an John Hughes' Highschoolkomödien denn an Edgar Wrights "Scott Pilgrim". Statt sich wie dieser in selbstreflexive Höhen zu schwingen, steht Jon Watts' Blockbuster-Regieeinstand mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Gut, weil nicht schon wieder der Weltuntergang, sondern der amüsante Alltag eines Jugendlichen im Zentrum steht. Ohne jegliche Brechung hilft er jedoch der Zielgruppe, ihre Pflicht, immer früher für das unbezahlte Ewig-Praktikantendasein bereitzustehen, als heldenhafte Tugend einzuüben.

Spidey entscheidet sich letztlich gegen die Fixanstellung im Hero-Kollektiv und fürs Freelancen wie bisher. Spinnt er? Nein, sein lukratives Engagement im Franchise steht nämlich keineswegs auf wackeligen Beinen, dafür sorgt das Marvel-Netzwerk. Dessen roter Faden zieht sich also auch durch "Homecoming", kleben bleibt aber kaum was.

Ab Do in den Kinos (OF im Artis)

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