Empfohlen Filmkritik

Die Frau im Mond - Erinnerung an die Liebe

Mal de pierres

© Studiocanal


In Sardinien, Anfang der 1940er, träumt Freigeist Gabrielle von der großen Liebe. Sie schreibt glühende Liebesbriefe an potenzielle Verehrer, die sie damit aber bloß in die Flucht schlägt. Erst nach vielen Jahren, die sie in einer lieblosen Ehe gefangen verbracht hat, scheint sie ihr großes Glück doch noch zu finden. "Nicole Garcia legt ihre von Geheimnissen geprägte Liebesgeschichte so sinnlich wie melancholisch, aber ohne Rührseligkeit an. Ein schönes Melodram zum Nachsinnen, das erst vom Ende her seine tatsächliche, hoch romantische Akzentuierung erhält." (S.Z.)

Regie:
Regie:
Nicole Garcia
Darsteller:
Darsteller:
Marion Cotillard, Louis Garrel, Alex Brendemühl, Brigitte Roüan, Victoire du Bois
Land:
Land:
F/B
Jahr:
Jahr:
2016
Dauer:
Dauer:
121 min
Kinostart:
Kinostart:
21. April 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Romantik ohne Kitsch: "Die Frau im Mond"

SABINA ZEITHAMMER | 19.04.2017

Gebt mir das Wesentliche im Leben oder lasst mich sterben", fleht Gabrielle den Gekreuzigten in der Kirche an. Die psychisch labile Tochter provenzalischer Lavendelbauern verzehrt sich nach Liebe und Sexualität, in einer Weise, die in den 1950er-Jahren als anstößig und geisteskrank empfunden wird. Die leidenschaftlichen Avancen, die sie dem verheirateten Dorflehrer macht, werden von diesem harsch zurückgewiesen. Ihre Mutter droht mit der Einweisung in eine Anstalt, Gabrielle bleibt nur eine arrangierte Ehe mit dem spanischen Saisonarbeiter José als Alternative. Als sie aufgrund von Nierensteinen in einem Sanatorium behandelt wird, scheinen ihre Sehnsüchte doch noch gestillt zu werden: Im samtäugigen Offizier André, ebenfalls Patient im Klinikum, findet sie den Mann, von dem sie immer geträumt hat.

"Die Frau im Mond - Erinnerung an die Liebe" basiert auf dem in Sardinien angesiedelten Roman "Mal di pietre" von Milena Agus (2006). Im Verband mit Jacques Fieschi hat Regisseurin Nicole Garcia um den Kern der Erzählung aber eine großteils eigenständige Filmhandlung geformt, die sich ganz auf die Protagonistin und ihre beiden Männer konzentriert. Beeindruckend verkörpert von Marion Cotillard, Alex Brendemühl und Louis Garrel, speist die Versehrtheit der Figuren - Gabrielle schwankt zwischen Apathie und extremen Gefühlen, der stille José ist als Kriegsflüchtling besitz-und heimatlos, André schwerkrank aus dem Indochina-Krieg zurückgekehrt -die Unvorhersehbarkeit und Spannung des Films.

Garcia legt ihre von Geheimnissen geprägte Liebesgeschichte so sinnlich wie melancholisch, aber ohne jede Rührseligkeit an. Ein schönes Melodram zum Nachsinnen, das erst vom Ende her seine tatsächliche, hoch romantische Akzentuierung erhält.

Ab Fr in den Kinos

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