Filmkritik

Thor: Tag der Entscheidung

Thor: Ragnarok

© Marvel Studios


Der in kauziger Kiwi-Komik erfahrene Taika Waititi hat sich zuletzt mit der Horror-Mockumentary "What We Do in the Shadows" und der idiosynkratischen Abenteuerkomödie "Hunt for the Wilderpeople" einen äußerst merkwürdigen Namen über Neuseeland hinaus gemacht. Dass er mit "Thor: Ragnarok" seinen Spleen auch im bereits 17. Eintrag ins Marvel-Franchise und dritten Teil der Thor-Reihe ausleben kann, ist nach dem Erfolg von "Deadpool" nicht verwunderlich. Ohne dessen angestrengte Selbstreflexions-Nervereien und R-Rating, dafür mit einem ähnlichen Gespür für Zotiges, zeigt Waititi, dass die Götter am Arsch sind. (David Auer)

Regie:
Regie:
Taika Waititi
Darsteller:
Darsteller:
Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Cate Blanchett, Idris Elba, Tom Hiddleston, Benedict Cumberbatch, Anthony Hopkins, Jeff Goldblum
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
130 min
Kinostart:
Kinostart:
2. Oktober 2017

Götter am Arsch: "Thor: Tag der Entscheidung"

DAVID AUER | 31.10.2017

Indie-Regisseure Blockbuster inszenieren zu lassen, ist mittlerweile erfolgserprobtes Rezept in Hollywood. Der in kauziger Kiwi-Komik erfahrene Taika Waititi hat sich zuletzt mit der Horror-Mockumentary "What We Do in the Shadows" und der idiosynkratischen Abenteuerkomödie "Hunt for the Wilderpeople" einen äußerst merkwürdigen Namen über Neuseeland hinaus gemacht. Dass er mit "Thor: Tag der Entscheidung" (Original: "Ragnarok") seinen Spleen auch im bereits 17. Eintrag ins Marvel-Franchise und dritten Teil der Thor-Reihe ausleben kann, ist angesichts des Erfolgs von "Deadpool" nicht verwunderlich. Ohne dessen angestrengte Selbstreflexions-Nervereien und R-Rating, dafür mit einem ähnlichen Gespür für Zotiges, zeigt Waititi, dass die Götter am Arsch sind.

Ein riesiges Wurmloch trägt den Namen "the devil's anus", Hulks nackter Hintern schiebt sich prominent ins Bild, gleich seinem fällt auch Thors (Heimat Asgard, bzw.)"ass guard". Neben solchen Späßen, die im Film witziger rüberkommen als auf Papier, gelungenem Slapstick und anderen Blödeleien, stört es kaum, dass die Story nur selten ausschert und die Bösewichte weitgehend eindeutig konnotiert sind. Manieriert wie immer verkörpert Jeff Goldblum diesmal einen despotischen Herrscher im Goldfummel, dazu mit Lidstrich, Disco-DJ-Ambitionen und Hang zum dekadenten Spektakel. Nichts zu beanstanden, weil "Ragnarok" allgemein auf spektakuläre und nicht selten queere Schauwerte setzt. Cate Blanchett gibt die Todesgöttin im hautengen Lackkostüm genrekonform over the top.

Schließlich retten die Helden zum Immigrant Song auf einer Regenbogenbrücke flüchtende Menschenmassen vor dem sicheren Tod, dazu heißt es in humanistischer Anti-Boden-Rhetorik "it's not the place but the people that matter" - auch das geht nicht am Arsch vorbei.

Ab Fr im Kino (OF-3D im Haydn und Village)

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