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Get Out

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Der Titel gibt schon viel her: "Get Out" ist prägnant und mehrdeutig. Welches Innen und Außen ist gemeint, wem gilt das "Raus hier!", beim ersten Besuch eines jungen Fotografen (Kaluuya) im Landhaus der Eltern seiner Freundin (Williams)? Er ist schwarz, die Eltern sind weiß und scheißfreundlich, ihre Hausbediensteten schwarz und geziert höflich. Alles sehr seltsam. Ein satirischer Horrorfilm, und zwar ein superer." (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Jordan Peele
Darsteller:
Darsteller:
Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford, Catherine Keener, Marcus Henderson
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
104 min
Kinostart:
Kinostart:
4. Mai 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Black Lives Matter, White Lies Splatter: "Get Out"

DREHLI ROBNIK | 03.05.2017

Der Titel gibt schon viel her: "Get Out" ist prägnant und mehrdeutig. Welches Innen und Außen ist gemeint, wem gilt das "Raus hier!", beim ersten Besuch eines jungen Fotografen (Daniel Kaluuya) im Landhaus der Eltern seiner Freundin? Er ist schwarz, die Eltern sind weiß und scheißfreundlich, ihre Hausbediensteten schwarz und geziert höflich. Alles sehr seltsam.

Dies ist ein satirischer Horrorfilm, und zwar ein superer. Also widmet er sich der Ergründung von Lebensweisen, ja, der Offenbarung einer regelrechten Seinsstruktur; eines Verhältnisses, das die Chiffre "Black Lives Matter" hier ebenfalls mehrdeutig benennt. Schwarze Leben sind in ihrer Materialität kostbar: Das erfährt der Besucher am eigenen Leib, aber es gilt auch für die Gastgeber, die keine Rassisten sind, sondern Liberale: Blackness ist ihnen etwas Begehrenswertes.

"Get Out" ist das Regiedebüt eines schwarzen Komikers: Jordan Peele brillierte 2016 in der Gangster-Projektionen-Satire "Keanu". Das ist mit ein Grund, warum hier von Horrormotiven ein Gebrauch gemacht wird, der jenseits von Auskennermechanik und Retrogesten operiert. "Rosemary's Baby" und "Die Frauen von Stepford" liegen nahe: Ihr perfider Humor, konspirativer Weltentwurf und Sinn für die Gewalt von Bildungsmilieus rahmt eine "Rat mal, wer zum Essen kommt"-Situation. Auch Dreyers Paranoiaklassiker "Vampyr" klingt an, ebenso wie Eli Roths "Hostel"-Filme, moderne Klassiker in Sachen Geheimökonomie radikalisierter Ausbeutung zwecks Reproduktion weißen Wohlgefühls.

Statt zu spoilern sei es so gemacht, wie's die Regie hier tut. Ominös andeuten und abrupt umschneiden, das praktiziert "Get Out" mit choreografischer Eleganz, die in griffigen Mad-Scientist-Hobbykellerhorror und Typenkomik mündet.

Ab Fr im Kino (OmU im Gartenbau)

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