Empfohlen Filmkritik

Beuys

© zeroonefilm/ Stiftung Musem Schloss Moyland_ErichPuls/ Klaus Lamberty


Ein Filzklavier, ein Fettstuhl und 7000 Eichen. Joseph Beuys (1921-1986) gilt als einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der mit seinen Vorstellungen von Plastik, Aktion und politischer Utopie versuchte, Lebenswelten positiv zu verändern. Das tat er durch seine Kunst aber auch als Professor an der Kunsthochschule und als jemand, der überzeugt erklärte, jeder Mensch sei ein Künstler, der mit seinem Denken die Plastik 'Gesellschaft' mitgestalten könne. Entsprechend viel Material gibt es, das Andres Veiel für seinen Film bearbeitet hat: 'Beuys' ist ein großes Vergnügen. Dieser Film denkt mit dem Knie." (Eva Kleinschwärzer)

Regie:
Regie:
Andres Veiel
Land:
Land:
D
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
107 min
Kinostart:
Kinostart:
25. Mai 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Ein großes Vergnügen: Andres Veiels "Beuys"

EVA KLEINSCHWÄRZER | 17.05.2017

Ein Filzklavier, ein Fettstuhl und 7000 Eichen. Joseph Beuys gilt als einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der mit seinen Vorstellungen von Plastik, Aktion und politischer Utopie versuchte, Lebenswelten positiv zu verändern und Menschen zum Mitmachen zu ermutigen. Das tat er durch seine Kunst, aber auch als Professor an der Kunsthochschule und als jemand, der überzeugt erklärte, jeder Mensch sei ein Künstler, der mit seinem Denken die Plastik "Gesellschaft" mitgestalten könne.

Entsprechend viel Material gibt es, das Andres Veiel für seinen neuen Film "Beuys" nun bearbeitet hat: über 400 Stunden Filmaufnahmen und unzählige Bilder werden von ihm zu einer essayistischen Collage verdichtet, die sich dem Schaffen von Beuys annähert und dabei auch selbst ästhetische Referenzen zur Fluxusbewegung streift. Beuys ist nicht linear. Und diese Dokumentation versucht auch gar nicht, diesen Eindruck zu erwecken. Vielmehr zeichnet sie sich durch Suchbewegungen aus, die auch mal einen Faden fallen lassen, um ihn an einer ganz anderen Stelle wieder aufzunehmen. Mal sind es die Bilder, die sprechen, mal sind es eindringliche Erläuterungen von Beuys, der sich selbst auch in ambivalenten Gefühlswelten bewegt.

Seine Kunst schließt eine dunkle Seite ein, die zeigt, dass ein Flugzeugabsturz und eine langjährige, schwere Depression ihre Spuren ebenso hinterlassen haben wie der Optimismus und der gestalterische Übermut, den Beuys sich aneignen konnte und den er mit einem Witz und einer Selbstironie bespielt, dass man an manchen Stellen nicht anders kann, als laut aufzulachen. Dieser Film ist ein großes Vergnügen. Dieser Film denkt mit dem Knie.

Ab Do in den Kinos. Premiere im Filmcasino, 21.5., 20.15, in Anwesenheit von Regisseur Andres Veiel

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  • Termine am Sonntag, 24. September

  • Wien

  • Top Kino, 1060 Wien
    16:30
  • Termine am Montag, 25. September

  • Wien

  • Top Kino, 1060 Wien
    18:00
  • Termine am Donnerstag, 28. September

  • Wien

  • Top Kino, 1060 Wien
    18:00
  • Termine am Samstag, 28. Oktober

  • Oberösterreich

  • Kino Ebensee, 4802 Ebensee
    18:00
  • Termine am Sonntag, 29. Oktober

  • Oberösterreich

  • Kino Ebensee, 4802 Ebensee
    18:00

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