Filmkritik

Blade Runner 2049

© Sony


Der Polizeibeamte K (Ryan Gosling) fördert ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage. Seine Entdeckungen führen ihn auf die Suche nach Rick Deckard (Harrison Ford), einem seit 30 Jahren verschwundenen, ehemaligen Blade Runner des LAPD. "Entlang dieses Detektivplots arbeitet der Film seinen Vorgänger von 1982 durch, im Revisiting von Topoi (Verhör, Wanddurchbruch, Räume scannen auf Kommando) wie auch narrativ: Allmähliche Einsicht in die eigene Herkunft führt schließlich zum Generationentreffen von Gosling und Ford." (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Denis Villeneuve
Darsteller:
Darsteller:
Ryan Gosling, Harrison Ford, Ana de Armas, Sylvia Hoeks, Robin Wright, Mackenzie Davis, Edward James Olmos, Hiam Abbass, Jared Leto
Land:
Land:
USA/CAN
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
163 min
Kinostart:
Kinostart:
5. Oktober 2017
Website:
Website:
www.BladeRunnerFilm.de

Like tears in rain: rührende SciFi "Blade Runner 2049"

DREHLI ROBNIK | 11.10.2017

Als 1982 ein Film mit Harrison Ford als Detektiv und dem Synchrontitel "Der Blade Runner" ins Kino kam, erklärte mir ein Schulfreund, so etwas nenne man "Postmoderne". Sehr mysteriös. Außerdem klang der Titel nach Fettleibigkeit im Turnunterricht.

Der neuen Regiearbeit des kanadischen Wunderwuzzis Denis Villeneuve ("Arrival") eilt viel voraus: vom Konsenswerk-und Stilbildner-Status des Original-Replikantenfilms bis zu PR-Kraftakten für "Blade Runner 2049". Unweigerlich nicht bloß eine Fortsetzung, ist der Film virtuos als Reverenz samt Revision. Homme triste Ryan Gosling in der Titelrolle ist nun (definitiv) ein Replikant, der im Polizeidienst brav seinesgleichen jagt und darüber trauert. Entlang des Detektivplots arbeitet der Film seinen Vorgänger durch, im Revisiting von Topoi (Verhör, Wanddurchbruch, Pendants zur Figur Pris und zum Bradbury Building, paradigmatisch: Räume scannen auf Kommando) wie auch narrativ: Allmähliche Einsicht in die eigene Herkunft führt zum Generationentreffen von Gosling und Ford.

Wie hier Phrasierungen gesetzt sind in unserer Erwartung und Erinnerung und in einem ödipalen Phantasma des Besonders-Seins, das ist Cyborg-Ethik at its best; zugleich entsteht da etwas Krampf in der Story, die ansonsten in ihrer soghaften Langsamkeit packend und rührend ist. Ähnlich bei der -politisch okayen -Verbindung des Villeneuve-Sujets "verlorene Kinder" mit Sklavereimotiven. Markant ist die Einbettung des Männerduos in eine Riege von Frauen, die ihre Mission verfolgen: Polizeichefin, Hologramm-Geliebte, Killer-Sekretärin. Dem Actionfinale fehlt die Prägnanz des 1982ers. Super aber ist die hier entfaltete räumlich-rhythmische Textur aus Ausleuchtung und Überblendung, Regen und Weinen, Slum und Stille, Gelb und Glitch.

Bereits im Kino (OF-3D im Artis, Haydn, Village)

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