Empfohlen Filmkritik

Patti Cake$ - Queen of Rap

© abc-films


Patti Dombrowksi ist eine junge, übergewichtige Amerikanerin, die mit ihrer Mutter und Oma in New Jersey lebt und sich als Kellnerin über Wasser hält. Als "Patti Cake$" bastelt sie an einem Mixtape und möchte ein Star im Hip-Hop-Business werden. Dass Jaspers Tragikomödie die Grenze zum verkitschten Crowd-Pleaser stets (manchmal auch haarscharf) umschifft, ist dem jungen Ensemble zu verdanken – allen voran Danielle Macdonald, die so überzeugend spielt, wie sie rappt. Wer hier nicht mitgerissen wird, hat wahrscheinlich kein Herz. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Geremy Jasper
Darsteller:
Darsteller:
Danielle Macdonald, Bridget Everett, Siddharth Dhananjay, Cathy Moriarty
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
108 min
Kinostart:
Kinostart:
3. November 2017
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Rap-Märchen mit viel Herz: "Patti Cake$"

SABINA ZEITHAMMER | 31.10.2017

Killa P ist ihr Künstlername, und eine gute Portion Killerinstinkt braucht die 23-jährige Patricia Dombrowski auch. Sie lebt in einer trostlosen Kleinstadt in New Jersey, jobbt nachts als Kellnerin und hat Übergewicht. "Dumbo" ruft man ihr auf der Straße hinterher, ihre Mutter, die zu viel trinkt und in peinlicher Weise ihrer Jugend nachtrauert, wäre lieber ihre Schwester, und die Arztrechnungen für ihre geliebte Großmutter scheinen unbezahlbar. Doch Patricia hat ein Ziel, das sie -als Filmspielerei im wahrsten Sinne des Wortes -aus diesem Sumpf heraushebt: Die hoch talentierte Wortjongleurin und Rapperin, die sich auch Patti Cake$ nennt, träumt vom großen Durchbruch in der Hip-Hop-Szene.

"Patti Cake$ - Queen of Rap", das Langfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Geremy Jaspers, hat von seiner Grundthematik und seinen Sozialdramaelementen her nicht wenig mit "8 Mile" gemein, ist großteils aber mehr jenen perfekt gestrickten Animationsfilmen der Marke "Oben" verwandt, die potenziell Rührseliges in liebenswerte Märchen verwandeln. Wie Patti im Bunde mit ihrem indischstämmigen Freund Jheri, dem schweigsamen schwarzen Außenseiter Basterd (Mamoudou Athie) und der Omi auf Schmerzmitteln durch viele Downs in Richtung Up schreitet, wie sich der vermeintliche strahlende Ritter als Arschloch entpuppt und an unerwarteter Stelle eine gute Fee auftaucht, ist bester Märchenstoff für Erwachsene.

Dass Jaspers Tragikomödie die Grenze zum verkitschten Crowd-Pleaser stets (manchmal auch haarscharf) umschifft, ist dem jungen Ensemble zu verdanken, das den Figuren die notwendige Authentizität verleiht -allen voran Danielle Macdonald, die so überzeugend spielt, wie sie rappt. Wer hier nicht mitgerissen wird, hat wahrscheinlich kein Herz.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Gartenbau)

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