Filmkritik

Downsizing

© Paramount Pictures Germany


Die Idee eines Wissenschaftlers, die vom Menschen verursachten Probleme auf der Erde durch Schrumpfung zu lösen, hat in einer nahen Zukunft großen Anklang gefunden: Millionen Menschen leben als 15 Zentimeter große Winzlinge in luxuriösen Miniaturwelten. Das Ehepaar Safranek entscheidet sich ebenfalls für das Downsizing, doch dann kommt alles ganz anders als geplant.

Regie:
Regie:
Alexander Payne
Darsteller:
Darsteller:
Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
135 min
Kinostart:
Kinostart:
18. Januar 2018

Liberale Leisurelands Little People: "Downsizing"

Drehli Robnik | 17.01.2018

Im Unterschied zu alten und neuen Filmen, die das Schrumpfen von Leuten auf Bleistiftgröße zur Gaudi oder zum Grusel machen (wobei: "The Incredible Shrinking Man" ist auch nach 60 Jahren heftig als Haushaltshorror), geht's hier beim "Downsizing" zunächst einmal trocken zu. Sprich: Es ist recht witzig, weil satirisch beobachtet; in lakonischem Ton, wie ihn US-Regisseur Alexander Payne in Sachen White Middle Class etwa in "Nebraska" anklingen ließ.

Wie viele andere weltweit lässt sich ein biederes Ehepaar schrumpfen, um fortan in einer Miniaturwelt mit Dauersommerklima zu leben. Die Erfindung der Reduktion ist zunächst ein Öko-Projekt: Kleinere Müllberge, Fußabdrücke etc. sollen die Erde vor den Menschen retten. In sozialtechnischen Details verzeichnet "Downsizing" den Übergang zum Lifestyle-Rundumservice für Besserverdienende: Wer in Groß ein Häuschen ohne Hypothek hat, kann in Klein im Palast privatisieren, nach Vermögensübertragung an die Firma Leisureland. Deren niederes Personal ist vorwiegend afroamerikanisch.

Naturschutz-Tunnelblick verkennt, dass "die Menschheit" nicht eins ist, sondern nach Klassen und rassistisch gespalten: Das ist okay herausgearbeitet (um es altmodisch zu sagen, so wie Miniatureffekte hier einen Flair des Altmodischen in Zuckerlbunt versprühen). Ebenso das wissende Lächeln des Weltuntergangs-Survivalismus: New Age in Norwegen, the original colony. Übergreifende Politik aber gibt es hier nicht, und schwach ist der Plot, der ein Erwachen zum Bewusstsein zelebriert: Der Held (Matt Damon) lernt - vom netten Strizzi (Christoph Waltz), dass alles Business ist, von der taffen Refugee-Putzfrau (Hong Chau), dass im Idyll Leute (meist Asians und Hispanics) in Elend hackeln und hausen. Er wird Armenarzt. Die Armen verleihen seinem Leben Sinn. Gut, dass es sie gibt.

Ab Fr im Kino (OF im Artis, OmU im Votiv)

Anzeige

Für diesen Film gibt es derzeit leider keine Termine

Anzeige

Diese Filme könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige


×