Filmkritik

Greatest Showman

The Greatest Showman On Earth

© Twentieth Century Fox


Schön geglättetes Biopic über P.T. Barnum, der mit seinem menschenunwürdigen Kuriositätenkabinett eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte schrieb. Debakel mit Anlauf, nannte man das früher. Schon in der Drehbuchphase wurde an diesem Musical jahrelang herumgedoktert, u.a. von Bill Condon, dem Regisseur von "Gods and Monsters" und "Beauty and the Beast".

Regie:
Regie:
Michael Gracey
Darsteller:
Darsteller:
Hugh Jackman, Michelle Williams, Rebecca Ferguson, Zac Efron, Paul Sparks
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
105 min
Kinostart:
Kinostart:
1. Januar 2018

Verkitschtes Musical: "The Greatest Showman"

Sabina Zeithammer | 20.12.2017

Spätestens, wenn der überdimensionale Vollmond über der Dachterrasse aufgeht, auf der Charity und P. T. Barnum tanzen, ist klar, dass man es hier mit selbstbewusstem Kitsch zu tun hat. Ein Musical wie "The Greatest Showman", das perfekte Choreografien, schmeichelnden (Pop-)Gesang und eine rührende Story vereint, darf ja kitschig sein. Oder doch nicht?

Inhaltlich greift Michael Graceys Erstlingswerk sehr lose auf die Biografie des Zirkusbetreibers Phineas Taylor Barnum (1810-1891) zurück. Im Film ist dieser Sohn eines armen Schneiders, der seine Kindheitsliebe heiratet und ein erfolgloses Kuriositätenkabinett aufmacht. Die rettende Idee: lebende Attraktionen. Eine bärtige Frau, ein Kleinwüchsiger, diverse Albinos, Löwenmenschen, schwarze Trapezkünstler und Co. sind bald zu einem Zirkus versammelt, den das einfache Volk liebt. Mit der Opernsängerin Jenny Lind als Star will Barnum auch die Akzeptanz der Oberschicht erringen.

An gutem Material mangelte es nicht, doch während das Thema des neu erfundenen Showbusiness mit seinen Tricks noch ganz kernig angepackt wird, ergießt sich Zuckerguss über den Rest der Handlung: Hier gibt es püppchenhafte, brav oder unglücklich liebende Frauen (mit Klimperwimpern dauerlächelt sich Michelle Williams als Charity durch den Film), Prinz und Prinzessin, die nicht zueinanderfinden können, und eine Hauptfigur (Hugh Jackman), deren spannendster emotionaler Konflikt - Barnum trifft in Lind eine Seelenverwandte, die wie er die Wunden der Armut kennt -abrupt fallengelassen wird. Am schwersten wiegt aber, dass das Zirkusensemble, das einmal als "celebration of humanity" bezeichnet wird, zu einer Masse verkommt, deren Mitglieder keinerlei Lebensgeschichten haben. Mehr als Kitsch ist's dann doch nicht geworden.

Ab 31.12. in den Kinos (OF im Haydn)

Anzeige

Für diesen Film gibt es derzeit leider keine Termine

Anzeige

Diese Filme könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige


×