Filmkritik

Alles Geld der Welt

All the Money in the World

© Tobis


Krimi um die Entführung des Enkels von Ölmagnat J. Paul Getty durch die kalabrische Mafia. Sozusagen aus dem Film gekidnappt wurde Kevin Spacey, der Schauspielkollegen belästigt haben soll, und durch Christopher Plummer ersetzt. "Unfreiwillig komisch ist Scotts klischeebeladenes Italien-Bild: ein Land voller Gangster, in dem die Mafiabräute beim Geldzählen Espresso trinken" (S.Z.).

Regie:
Regie:
Ridley Scott
Darsteller:
Darsteller:
Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Charlie Plummer, Romain Duris
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
132 min
Kinostart:
Kinostart:
16. Februar 2018

Blass wie ein Bündel US$: "Alles Geld der Welt"

Sabina Zeithammer | 21.02.2018

Als der siebenjährige Paul seinen Großvater, den Öltycoon J. Paul Getty, zum ersten Mal trifft, schenkt dieser ihm eine wertvolle Minotaurus-Statuette. Neun Jahre später wird der junge Mann Opfer einer Entführung. Seine verzweifelte Mutter (Michelle Williams) bringt das Artefakt zu Sotheby's, um das Lösegeld zu lukrieren, das ihr Ex-Schwiegervater nicht zahlen will. Doch sie muss erfahren, dass es nur ein billiges Souvenir ist.

Der kleine Handlungsstrang rund um den Minotaurus gehört zum Gelungensten in Ridley Scotts neuem Werk "Alles Geld der Welt". Trägt er doch das eingesperrte Monster in sich -passend zu Getty, der von seinem Geiz gefangen ist -und befördert mit minimalem Aufwand eine Charakterisierung des Milliardärs, der keine Tat setzt, ohne daraus einen Vorteil zu schlagen.

Den Anspruch, eine spannende Geschichte über die giftige Macht von Geld und Gier zu erzählen, merkt man Scotts mit frei erfundenen Aspekten aufgefetteter Verfilmung der Entführung John Paul Gettys III. durch die kalabrische Mafia im Jahr 1973 immer wieder an. Christopher Plummer, der den aus dem Film herausgeschnittenen Kevin Spacey als Getty ersetzt, spricht Worte, die eine wahre Drehbuchfreude sind. Doch beim Anspruch ist es geblieben. Abgesehen von der Scrooge-Kopie (manche Szene könnte einer Dickens-Adaption entstammen) hat der Film nichts Bedeutsames zu erzählen.

Die Handlung wirkt lieblos zusammengesetzt, die Figuren - an Gails Seite gesellt sich ein Ex-CIA-Agent (Mark Wahlberg), während einer der Entführer freundschaftliche Gefühle für Paul entwickelt -erscheinen blass und fragmentarisch. Unfreiwillig komisch ist Scotts klischeebeladenes Italien-Bild: ein Land voller Gangster, in dem die Mafiabräute beim Geldzählen Espresso trinken.

Bereits im Kino (OF im Artis)

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