Filmkritik

Game Night

© 2017 Warner Bros


Eine paar Pärchen, darunter Max und Annie, treffen sich regelmäßig zu Spieleabenden. Für eins dieser Treffen hat Max’ Bruder als Überraschung ein besonderes Spiel in petto: Die Gäste sollen gemeinsam einen Entführungsfall aufklären. "Was M. Night Shyamalan über mehrere Filme hinweg an deren Enden kultivierte, hat David Fincher in 'The Game' zum Prinzip im Viertelstundentakt erhoben: den Plottwist, der alles bisher Geschehene retroaktiv aufrollt und in ein neues Licht rückt. Gleich Michael Douglas in diesem Proto-Mindgame-Movie finden sich die Figuren hier in einem Spiel wieder, das unvermittelt von Spaß in Ernst umkippt und vice versa – und das in Dauerschleife, die fast schon auf die Nerven geht." (David Auer)

Regie:
Regie:
John Francis Daley, Jonathan M. Goldstein
Darsteller:
Darsteller:
Jason Bateman, Rachel McAdams, Lamorne Morris, Jesse Plemons, Chelsea Peretti, Billy Magnussen, Kyle Chandler, Danny Huston
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2018
Dauer:
Dauer:
100 min
Kinostart:
Kinostart:
2. März 2018

"Game Night" - Film und Fun in Anführungszeichen

David Auer | 28.02.2018

Mit "Vacation" hat das Regie-Duo John F. Daley und Jonathan Goldstein 2015 eine witzigere Neuauflage der Chevy-Chase-Familienkomödie aus den 80ern mit gleichem Titel vorgelegt. "Game Night" ist nun ebenso ein(e Art) Remake, das witziger als das Original zu nennen leichtfällt, weil es sich dabei um einen Thriller handelt. Was M. Night Shyamalan über mehrere Filme hinweg an deren Enden kultivierte, hat David Fincher in "The Game" zum Prinzip im Viertelstundentakt erhoben: den Plottwist, der alles bisher Geschehene retroaktiv aufrollt und in ein neues Licht rückt. Gleich Michael Douglas in diesem Proto-Mindgame-Movie finden sich die Figuren hier in einem Spiel wieder, das unvermittelt von Spaß in Ernst umkippt und vice versa -und das in Dauerschleife, die fast schon auf die Nerven geht.

Genauso wie die Zitatvernarrtheit des Films, in dem eine Clique von sechs Freunden sich allsamstäglich zum Spieleabend zusammenfindet. Der Besuch vom erfolgsverwöhnten Bruder des Hauptcharakters bringt die Story und das Bröckeln der Suburbia-Idylle in Gang, indem er ein Gesellschaftsspiel ganz anderer Art einführt. Anstatt aber nur zum Schein entführt zu werden, um seine Mitspieler auf eine Schnitzeljagd zu schicken, wird er tatsächlich gekidnappt - bzw. dann doch nicht usw. usf.

"Game Night" zehrt vom Bescheidwissertum der Zuschauer, das er durch unzählige Filmzitate bestätigt, die die Protagonisten stets pflichtbewusst als solche ausweisen. Sie leben fast ausschließlich durch Popkulturreferenzen, von denen auch ihr Überleben im Dauerausnahmezustand namens Pop-Purgatorium abhängt. Die Scharade mündet schließlich nicht nur in eine gekonnte Fincher-Hommage, sondern auch in ein weiteres ultimativ hohldrehendes Zitat, den Lobgesang aufs Kernfamilienparadies. Fun bleibt ein Stahlbad.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)

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