Filmkritik

Ghostland

Incident in a Ghostland

© Polyfilm


Eine Mutter zieht mit ihren beiden Töchtern in ein abgeschiedenes Haus, hinterlassen von der Tante, die das altmodische Gemäuer in den letzten Jahrzehnten mit einer Unmenge an beunruhigendem Tand und Trödel, vor allem aber vielen, vielen Puppen, vollgeräumt hat. Gleich in der ersten Nacht wird die Familie von einem grotesken Serienmörder-Paar attackiert und überlebt nur knapp. Während die eine Tochter viele Jahre später zur erfolgreichen Horror-Schriftstellerin wird und das Trauma in ihrem neuen Roman “Incident in a Ghostland” verarbeitet, haust ihre psychisch schwer kranke Schwester gemeinsam mit der Mutter weiterhin in dem schauerlichen Haus. Als die drei Frauen ebendort wieder vereint sind, lösen sich die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Wirklichkeit und Fantasie auf. (/slash)

Regie:
Regie:
Pascal Laugier
Darsteller:
Darsteller:
Crystal Reed, Anastasia Phillips, Mylène Farmer, Emilia Jones, Taylor Hickson
Land:
Land:
F/CAN
Jahr:
Jahr:
2018
Dauer:
Dauer:
91 min
Kinostart:
Kinostart:
5. April 2018
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Jugendverbot

Viel Prügel für Girls; Geister-,aber nicht geistlos

David Auer | 04.04.2018

Der Film heißt zwar "Ghostland", spuken tut 's aber kaum. Dafür suchen die Geister der Vergangenheit eine junge Buchautorin heim, die aus ihrem Trauma Kapital schlägt. Als Jugendliche zieht sie samt Schwester und Mutter in ein altes Haus am Land und wird Opfer zweier brutaler Eindringlinge, derer sie sich knapp erwehren konnten. Stoff für Albträume sowie einen Bestsellerroman der Protagonistin, die es -mittlerweile gutsituiert -mit Kind und Mann gemütlich hat. Ein Anruf der geplagten Schwester stört das Kleinfamilienidyll und führt die Erfolgsverwöhnte wieder zu Ort und Zeit des fürchterlichen Geschehens zurück.

Die Rede von der Wiederkehr des Verdrängten drängt sich ebenso auf wie die vom Heim im Unheimlichen. Freud bleibt implizit, explizit tritt dafür H. P. Lovecraft in Erscheinung (später sogar buchstäblich). Aber lediglich als Randreferenz und literarischer Hauptbezugspunkt der Protagonistin, sprich der Film lockt von der ersten Sekunde an auf falsche Fährten. Statt kosmischem Horror gibt's Prügel für Mädchen von Gestalten aus der Genremottenkiste, einer Goth- Crossdresser-Hexe und einem Oger mit Girlie-Fetisch. Aber nicht so viele wie in Regisseur Pascal Laugiers auch für die ganz Harten nur schwer zu verkraftenden "Martyrs" von 2008; ein Terrorhorror ohne Verschnaufpausen, von denen es in seinem Neuen dank der Flucht-in-Fantasie-Einschübe einige gibt.

Dessen Pointe ist wiederum ein schwaches Echo aus dem dritten Laugier-Langfilm: In "The Tall Man" heißt die zweifelhafte Rettung für elendsverwahrloste Kids nämlich: raus aus dem Ruralen. Der Staat glänzt durch Abwesenheit, was allein bleibt, ist die Privatisierung seiner Dienste. Am Schluss von "Ghostland" atmet man auf, weil er plötzlich in der Form der Polizei wieder da ist. Auch spooky.

Ab Fr in den Kinos

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