Empfohlen Filmkritik

Was werden die Leute sagen

Hva vil folk si

© Polyfilm


Zuhause gehorcht Nisha strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager. Das bleibt nicht ohne Folgen. Culture-Clash-Drama, das seinem schwierigen Thema eine differenzierte Umsetzung abringt, wobei die unversöhnlichen Standpunkte durch grandios agierende Hauptdarsteller beglaubigt werden.

Regie:
Regie:
Iram Haq
Darsteller:
Darsteller:
Maria Mozhdah, Adil Hussain, Rohit Saraf, Ekavali Khanna, Ali Arfan, Sheeba Chaddha
Land:
Land:
DK/NOR/SWE
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
106 min
Kinostart:
Kinostart:
11. Mai 2018
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Kühler, tiefer Blick: "Was werden die Leute sagen"

SABINA ZEITHAMMER | 09.05.2018

Nisha ist 15, trägt lässige Kleidung und hängt gern mit Freunden ab. Ihre Eltern sind aus Pakistan nach Oslo gekommen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Doch soll es eine Zukunft mit Traditionen sein: dass Nisha tanzen geht und Interesse an einem Burschen hat, dürfen ihre Eltern nicht erfahren. Als es doch passiert, erlebt sie nicht nur den wild hochkochenden Zorn ihres Vaters Mirza (Adil Hussain), sondern wird auch gleich nach Pakistan verschleppt, wo die Verwandtschaft ihr Manieren beibringen soll.

Iram Haq erzählt mit "Was werden die Leute sagen" eine auf eigenen Erlebnissen beruhende Geschichte. Man könnte deshalb einen besonders persönlichen Zugang erwarten; großteils aber herrscht ein kühl beobachtender Blick auf das Geschehen und die Figuren vor, der noch unterstrichen wird, wenn emotionale Momente auf der Tonebene durch Musik verfremdet werden. Mehr Tiefe hat der Film dort, wo er nicht nur eine Ansammlung von Misshandlungen und Einschüchterungen ist, auf die Nisha mit Auflehnung, Verzweiflung oder Anpassung reagiert. Einen langen Weg der Bewusstseinsbildung hat Mirza vor sich, dessen Blick in die Kamera einen Spiegel für jene darstellt, die ihre Kinder in ähnlicher Weise in starre Wertesysteme hineinpressen wollen. Dass er zuerst zu äußerster Brutalität bereit ist und dann angesichts einer Hausfrauenzukunft seiner Tochter ein mulmiges Gefühl bekommt, ist keine ganz nachvollziehbare Entwicklung. Spannend ist ein durchschimmernder alternativer Ausgang der Ereignisse: An einem Punkt scheint Nisha nur einen Schritt vom Stockholm-Syndromartigen weiblichen Verhalten in patriarchalischen Systemen entfernt, das dafür sorgt, dass solcherart indoktrinierte Frauen genauso wie Männer die Unterdrückung der Mädchen fortsetzen.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmhaus)

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  • Termine am Mittwoch, 25. Juli

  • Wien

  • Actor's Studio, 1010 Wien
    18:00
  • Termine am Donnerstag, 26. Juli

  • Wien

  • Actor's Studio, 1010 Wien
    17:45
  • Termine am Mittwoch, 26. September

  • Vorarlberg

  • Remise Bludenz, 6700 Bludenz
    19:00 (OmU)

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