Empfohlen Filmkritik

Deadpool 2

© Twentieth Century Fox


Die selbstbewusste Simulation von Kritik ist die Unique Selling Proposition des schelmischen Superhelden Deadpool. Auch diesmal vertragen sich Reflexion und Blut besonders gut; das fließt in Strömen – und ein wenig fließen auch die Tränen. Denn der Protagonist leidet am Tod seiner Frau, mit der seine Hoffnung auf eine Familie stirbt. Einen Ersatz dafür findet er bei den X-Men, und der anfängliche Rache- wird zum Rettungsplot mit "Terminator"-Ambitionen. Aus der Zukunft kommt nämlich ein Cyborg namens Cable, der den Mord an wiederum seiner Gattin samt Tochter durch einen böse gewordenen Mutanten-Mann an diesem als Bub vergelten und ungeschehen machen möchte. (David Auer)

Regie:
Regie:
David Leitch
Darsteller:
Darsteller:
Ryan Reynolds, Jack Kesy, Josh Brolin, T.J. Miller, Bill Skarsgard, Eddie Marsan
Land:
Land:
USA
Jahr:
Jahr:
2018
Dauer:
Dauer:
120 min
Kinostart:
Kinostart:
17. Mai 2018
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Zeitreise-,Promo-Problem, gut und mit viel Blut gelöst

David Auer | 16.05.2018

Eigentlich dürfe er ja gar nicht, aber der "Deadpool 2"-Schreiberling und -Darsteller Ryan Reynolds verrät's trotzdem: Fox ließ einen Witz über Disney aus dem Sequel des Superhelden-Vehikels streichen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, zumal das eine mittlerweile dem anderen Studio gehört. Und eine Zynikerin, wer hinterm Lüften dieses Geheimnisses eine Marketingstrategie für die Heimkino-Auswertung (Bonustracks) vermutet. Dass Selbstproblematisierung und -promotion in eins fallen, ist ein alter Hut in Hollywood, den sich der zynische Schelm Deadpool mit Gusto aufsetzt: Die selbstbewusste Simulation von Kritik ist seine Unique Selling Proposition.

Auch diesmal vertragen sich Reflexion und Blut besonders gut; das fließt in Strömen -und ein wenig fließen auch die Tränen. Denn der Protagonist leidet am Tod seiner Frau, mit der seine Hoffnung auf eine Familie stirbt. Einen Ersatz dafür findet er bei den X-Men, und der anfängliche Rache-wird zum Rettungsplot mit "Terminator"-Ambitionen. Aus der Zukunft kommt nämlich ein Cyborg namens Cable, der den Mord an wiederum seiner Gattin samt Tochter durch einen böse gewordenen Mutanten-Mann an diesem als Bub vergelten und ungeschehen machen möchte.

Schön, wie "Deadpool 2" den Konflikt und damit auch gleich das Determinismus-Dilemma der Zeitreise-Vorlage auf witzige Weise löst. Statt Gewalt waltet Solidarität, eine böse machende Umerziehungseinrichtung für Mutanten wird in Schutt und Asche gelegt - nicht trotzdem, sondern deswegen. "To fight for what's right is sometimes dirty", heißt es passend dazu. Dezidiert dirty ist auch der Humor wieder, der diesmal forcierter auf den genretypischen Teambuilding-Zwang zielt. Vieles wird hier also zurecht problematisiert, und das verdient Promotion.

Ab Fr im Kino (OF im Artis und Village)

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