Filmkritik

Deine Juliet

The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society

London, 1946. Die Schriftstellerin Juliet Ashton erhält Post vom Bauern Dawsey Adams, der ihr vom Klub der "Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf" erzählt, den er und seine Nachbarn unter der Nazi-Besetzung gegründet haben. Juliet reist auf die Kanalinsel, um für einen Artikel über den Klub zu recherchieren. "Deine Juliet" (Regie: Mike Newell, nach dem Briefroman von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows) ist ein mit Rückblenden durchsetztes, bittersüßes Drama über Guernsey im Zweiten Weltkrieg, ein Period Picture über Heldentum und Kollaboration, Freundschaft und Verantwortung, Trauer und (Selbst-)Vorwürfe, Freude an der Literatur, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und die Suche einer Autorin nach ihrer eigenen Stimme. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Mike Newell
Darsteller:
Darsteller:
Lily James, Michiel Huisman, Matthew Goode, Jessica Brown Findlay, Tom Courtenay
Land/Jahr:
Land/Jahr:
GB/USA 2018
Dauer:
Dauer:
124 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
10. August 2018

Von allem ein bisschen: "Deine Juliet"

Sabina Zeithammer | 08.08.2018

Die Schriftstellerin Juliet Ashton genießt im London des Jahres 1946 das neu aufblühende Leben. Doch wirklich wohl fühlt sie sich zwischen Lesungen ihrer Unterhaltungsliteratur und luxuriösen Festen nicht. Der Tod ihrer Eltern während des "Blitz" lastet auf ihr, und das geplante neue Buch langweilt sie. Da erhält sie Post vom Bauern Dawsey Adams, der ihr vom Klub der "Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf" erzählt, den er und seine Nachbarn unter der Nazibesetzung gegründet haben. Juliet reist auf die Kanalinsel, um für einen Artikel über den Klub zu recherchieren.

Mit "Deine Juliet" hat Mike Newell den Briefroman von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows (2008) adaptiert. Es dauert, bis man in die Stimmung des Films mit seinen affektierten Figuren (in der deutschen Fassung irritiert die schrille Synchronstimme der Protagonistin) hineinfindet, doch mit Juliets Nachforschungen in einem von Geheimnissen geprägten Mikrokosmos kommt Spannung auf. Durchsetzt mit Rückblicken weitet "Deine Juliet" seine Kreise, bis er ein bittersüßes Drama über Guernsey im Zweiten Weltkrieg, über Heldentum und Kollaboration, Freundschaft und Verantwortung, Trauer und (Selbst-)Vorwürfe, die Freude an Literatur, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und die Suche einer Autorin nach ihrer eigenen Stimme ist.

Oder von allem ein bisschen. Denn spätestens, wenn das Drama im letzten Drittel den Anstrich einer Romanze erhält, führen die verschiedenen Elemente nur noch einen Platzkampf an der Oberfläche. "Deine Juliet" bemüht sich zwar, die Klischees des Genres -zumindest in den Details -nicht zu bedienen, versammelt aber doch mehr Archetypen als "echt" anmutende Charaktere. Alles ist nett, adrett und außerordentlich pittoresk. Nur nicht besonders ergreifend.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmhaus)

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