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Don't Worry - Weglaufen geht nicht

Don't Worry, He Won't Get Far on Foot

Tragikomisches Biopic über den 2010 verstorbenen US-Cartoonisten John Callahan, einen Pionier des politisch unkorrekten Humors: als Kleinkind von der Mutter verlassen, als Teenager alkoholkrank und dann, mit 21, infolge eines Autounfalls bei einer Sauftour, querschnittsgelähmt. Joaquin Phoenix und Johan Hill zeigen großes Schauspielerkino.

Regie:
Regie:
Gus Van Sant
Darsteller:
Darsteller:
Joaquin Pheonix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Udo Kier, Olivia Hamilton, Emilio Rivera
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2018
Dauer:
Dauer:
113 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
24. August 2018

Vom Trinker zum Künstler: "Don't worry ..."

SABINA ZEITHAMMER | 15.08.2018

Zu sagen, dass John Callahan (1951-2010) nicht vom Glück verfolgt war, ist eine massive Untertreibung: Von seiner leiblichen Mutter ungewollt, wuchs er als Adoptivkind auf und wurde bereits in frühester Jugend alkoholabhängig. Im Alter von 21 Jahren erlitt er durch einen Autounfall eine Querschnittslähmung. Doch der programmierte Totalabsturz blieb aus. Callahan entdeckte sein Talent als Cartoonist und wurde in den folgenden Jahrzehnten mit seinen witzigen, bösen und makabren Zeichnungen, die in diversen Zeitungen erschienen, bekannt.

Mit "Don't worry, weglaufen geht nicht" hat Gus Van Sant Callahans gleichnamige Autobiografie verfilmt. Der Fokus liegt dabei auf dessen Bemühungen, seine Sucht zu überwinden. Mittels einer wild verschachtelten Zeitstruktur springt die Handlung zwischen seiner Traumatisierung nach dem Unfall, seinem Dasein als saufender Rollstuhlfahrer, seiner Teilnahme an Treffen der Anonymen Alkoholiker sowie seinem Leben als zufriedener Künstler mit Behinderung hin und her.

Van Sants Verzicht auf die Chronologie hat keinen nachvollziehbaren Grund, ergibt trotz eines gewissen Verwirrungspotenzials aber einen eigenen Sinn: Die wechselnde Stimmung lockert eine Biografie auf, die ihrem Protagonisten zwar liebevoll, aber auch mit großer Ehrlichkeit begegnet. Eine Flucht in Zynismus gibt es hier an keiner Stelle, und wenn Callahan im Zuge seines schmerzvollen Therapieprozesses weinend mit dem Abbild seiner Mutter spricht, ist das Publikum zugleich bewegt und unangenehm berührt.

Den tiefsten Eindruck hinterlässt die ermutigende (Über-)Lebensgeschichte eines Außenseiters aber als großes Schauspielerkino: Neben dem brillanten Joaquin Phoenix zeigt Jonah Hill als Callahans Freund und Mentor Donnie die beste Leistung seiner bisherigen Karriere.

Ab Fr (OmU im Filmcasino)

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