Empfohlen Filmkritik

Foxtrot - Der Tanz des Schicksals

© Giora Bejach


Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna aus der Bahn.Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit, Unsicherheiten und Traumata entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung. (Berlinale)

Regie:
Regie:
Samuel Maoz
Darsteller:
Darsteller:
Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Shira Haas, Yonaton Shiray
Land:
Land:
IL/D/F/CH
Jahr:
Jahr:
2017
Dauer:
Dauer:
108 min
Kinostart:
Kinostart:
13. Juli 2018
Sonstiges:
Sonstiges:
Von der FALTER-Kinoredaktion empfohlen

Unerlöst: "Foxtrot - Der Tanz des Schicksals"

Gerhard Midding | 11.07.2018

Foxtrot ist ein Buchstabe des militärischen Alphabets, aber vor allem ein Tanz, dessen Schrittfolge die Tänzer unweigerlich zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren lässt. Beides ist für Samuel Maoz' Film von Belang: Die Tanzschritte geben seine dramaturgische Bewegung vor und zugleich die innere der Figuren, die sich am Ende einem verdrängten Kriegstrauma stellen. Die Choreografie wird zur Metapher für eine unerlöste Gesellschaft.

"Foxtrot" ist, einer klassischen Tragödie gleich, in drei Akte strukturiert. Im ersten erhalten die Tel Aviver Michael (Lior Ashkenazi) und Dafna (Sarah Adler) Feldmann die Nachricht vom Tod ihres Sohnes, der bei einem Gefecht an einem Kontrollpunkt gefallen ist. Dann erfahren sie, dass es sich um eine Namensverwechslung handelt. Der zweite Akt schildert das alltägliche Einerlei, in dem der Sohn (Yonatan Shiray) seinen Dienst versieht, das dann aber in einer Katastrophe mündet. Im dritten haben sich die trauernden Eltern getrennt; am Jahrestag ihres Verlustes scheint sacht die Hoffnung auf, sie könnten zu einer Schicksalsgemeinschaft werden.

Jeder Akt erwischt den Zuschauer auf einem anderen Fuß, der Erzählton wechselt behände, wendet sich ins Surreale, Traumhafte, Absurde. Maoz ist ein redlicher Manierist, der seine nachdrücklichen inszenatorischen Gesten immer stärker auf die exzellenten Darsteller abzustimmen versteht. Mit "Lebanon" hat er sich bereits als Virtuose erzählerischer Konzentration vorgestellt. Nun verdichtet er ein gesellschaftliches Trauma auf zwei Mikrokosmen. Die israelische Kulturministerin beschuldigte Maoz, das Ansehen der Armee zu beschmutzen, und rief zum Boykott auf. Daraufhin avancierte "Foxtrot" in Israel zum meistdiskutierten Film des Jahres und triumphalen Sieger bei der Verleihung der nationalen Filmpreise.

Ab Fr (OmU im Filmcasino)

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  • Wien

  • Top Kino, 1060 Wien
    21:00 (OmU)
  • Steiermark

  • Kino Gröbming, 8962 Gröbming
    20:15

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