Filmkritik

Halaleluja - Iren sind menschlich

Halal Daddy

Foto: Luna Filmverleih


Fleischgewordene Völkerverständigung: Mit diesem Slogan wirbt der Film und liegt gar nicht so falsch: Ragdan, ein junger Inder, der in dem kleinen irischen Küstenort Sligo bei seinem Onkel ein neues Leben, neue Freunde, riesige Wellen zum Surfen und Maeve, seine große Liebe, gefunden hat, bekommt von seinem Vater einen alten Schlachthof zum Geburtstag geschenkt, den er auf Halal-Betrieb umstellen soll.

Regie:
Regie:
Conor McDermottroe
Darsteller:
Darsteller:
Nikesh Patel, Colm Meaney, Art Malik, Sarah Bolger, David Kross
Land/Jahr:
Land/Jahr:
D/IRL/F 2017
Dauer:
Dauer:
94 min
Kinostart:
Kinostart:
6. Juli 2018

Platz für alle: "Halaleluja - Iren sind menschlich"

Sabina Zeithammer | 04.07.2018

Ragdan hat in der irischen Küstenstadt Sligo ein neues Zuhause gefunden. Er lebt bei Onkel und Tante, die ihn wie einen Sohn behandeln, geht mit seinen Kumpels surfen und träumt mit seiner Freundin Maeve von einer Weltreise.

Einen Schatten auf Ragdans sorgloses Dasein wirft nur der Bruch mit seinem Vater Amir, vor dessen Verheiratungsplänen der junge Moslem britisch-pakistanischer Herkunft Reißaus genommen hat. Zu seinem 21. Geburtstag taucht Amir überraschend in Sligo auf und macht Ragdan ein ungewöhnliches Geschenk. Er hat einen leerstehenden Schlachthof gepachtet, den er gemeinsam mit seinem Sohn in einen Halal-Fleischbetrieb umwandeln will, um die muslimische Community zu versorgen. Ragdan lässt sich auf den Plan ein, der -aller kulturellen Unterschiede zum Trotz -im von Arbeitsplätzen nicht gesegneten Ort auf großen Zuspruch stößt. Besonders Maeves Vater Martin, der ehemalige Geschäftsführer des alten Schlachthofs, ist hoch motiviert. Neue Konflikte lassen jedoch nicht lang auf sich warten.

Mit "Halaleluja -Iren sind menschlich" hat Conor McDermottroe eine Culture-Clash-Komödie geschaffen, die mit einer Riege wohl ausbalancierter Charaktere unter einer leichtherzigen Oberfläche von Ernsthaftem handelt. Generationenkonflikte, zerbrochene Familien, Arbeitslosigkeit, Vorurteile und Ignoranz in einer multikulturellen Gesellschaft, Identitätsfindung und Erwachsenwerden sind die Themen der sanft utopischen Geschichte mit sympathischer Botschaft: Einfallsreichtum und gemeinschaftliche Initiative können einen Platz schaffen, von dem alle etwas haben. McDermottroes Heimat-und Drehort Sligo wird mit seiner bezaubernden Landschaft dabei ganz nebenbei zu einem Platz, von dem auch Touristen etwas haben wollen.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)

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  • Termine Tirol
  • Alte Gerberei, 6380 St. Johann in Tirol
    20:00 (OmenglU)

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