Empfohlen Filmkritik

BlacKkKlansman

Foto: David Lee / Focus Features


Die abenteuerliche Geschichte von Ron Stallworth, eines afroamerikanischen Cops, der in den 1970ern die Kühnheit besaß, den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren. Spike Lee unterhält mit einem großen Mix der Genres und Stimmungen, verweist mit ebenso großer Wut und Bitterkeit aber auch auf den bis zum heutigen Tag ungebrochenen Rassismus in den USA.

Regie:
Regie:
Spike Lee
Darsteller:
Darsteller:
John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Corey Hawkins, Laura Harrier, Ryan Eggold, Ashlie Atkinson
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2018
Dauer:
Dauer:
128 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
23. August 2018

Outsider als Inside Man: Spike Lees Ku-Klux-Krimi

Drehli Robnik | 22.08.2018

Bei Spike Lee geht es stets um Tradition und Predigt. Seine Filme agieren ein Pathos der Weitergabe aus, das Geschichte innewohnt. Und da wird oft feierlich-formal geredet, von Gospel Preaching und Rap bis zu Hasstiraden.

Tradition und Predigt gibt es auf "beiden Seiten", auch in "The BlacKkKlansman". Lees spannender Agitationskrimi zeigt einen Traditionsverband mit burschenschaftlichen Zügen, der einer als überlegen erachteten Kultur nachweint: den Ku-Klux-Klan und seine White-Power-Folklore, im Film angespielt etwa per Eröffnungszitat aus "Vom Winde verweht" oder als Projektion übler Szenen des Historiendramas "Birth of a Nation" beim bunten Abend in Weiß. Lees Perspektive ist eine der Black History: Ein junger African American Undercover-Cop bei der weißen Polizei von Colorado Springs infiltriert 1972 den Klan, gibt sich am Telefon als eifriger Rassist aus. Die Telefon-Farcen sind gerahmt von Pathos-Predigten: ein Black Panther zu Beginn, Harry Belafonte himself als Oral-History-Zeitzeuge gegen Ende. Weitergabe: Den Cop spielt John David Washington, Sohn von Denzel, der bei Lee einst Malcolm X verkörperte.

Der Film wird beworben als "Afro-Haar unter weißer Kapuze"-Drama, bietet aber eher pointierte Dopplungen: Black-Jewish Alliance in Form der Kooperation mit jüdischem Cop (Adam Driver), Parallelen der "Familien" KKK und Polizei. "Bist du ein Cop?", fragt der Klansman den Ermittler und die Black-Power-Aktivistin ihren Boyfriend: Rollenspiel, Verdacht, Suspense. Doppeldeutige Worte fallen: Der Klan ruft "America First", so wie Trump. Ans Ende setzt Lee Ernüchterung und Videos einer White-Power-Parade 2017: Rassismus hat Tradition. Aktivistin und staatsgläubiger Cop, sie bleiben Seite an Seite kampfbereit: Die Pathos-Pose hat Sinn.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Gartenbau)

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