Filmkritik

Guitar Driver

Der Dokumentarfilm folgt dem österreichischen Musiker und selbsternannten Extremgitarristen Karl Ritter über den Zeitraum eines Jahres hinweg im Alltag und bei seinen Auftritten. Unter dem Pseudonym Leopold Karasek spielte Ritter in Willi Resetarits'/Kurt Ostbahns Bandprojekten und hat sich darauf spezialisiert, alle möglichen denkbaren Klangwelten der Gitarre zu erkunden.

Regie:
Regie:
Walter Größbauer
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö 2018
Dauer:
Dauer:
84 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
13. Juli 2018

Auf den Spuren Karl Ritters von Stockerau

Stefanie Panzenböck | 11.07.2018

Eine Gitarre wird über einen schmutzigen Boden geschleift. Der Musiker Karl Ritter, der das Instrument nun ganz nah an einen Verstärker hält und an den Knöpfen dreht, ist allein in einer großen Halle. Die Töne, die er produziert, wollen in gar keine herkömmliche Klangkategorie passen. Dann sitzt er zu Hause in Stockerau, im gemütlichen, etwas biederen Wohnzimmer, vor sich Fotoalben, und erzählt.

Der Filmemacher und Fotograf Walter Größbauer hat mit "Guitar Driver -Karl Ritter von Stockerau" eine Doku über den 1959 geborenen Gitarristen und Komponisten gedreht, der einem breiten Publikum unter dem Namen Leopold Karasek bekannt ist. So nannte er sich als Mitglied der Chefpartie bzw. Kombo, der beiden Ostbahn-Kurti-Bands. Doch dieser populäre Aspekt der Biografie interessiert Größbauer am wenigsten. Er begleitet Ritter durch ein ganzes Jahr, von einem Experiment zum nächsten: zum Auftritt mit dem Vokalimprovisationskünstler Christian Reiner, in die Stockerauer Kirche, wo Ritter österreichische Avantgardemusiker versammelt hat, oder zu einer Probe mit der Schauspielerin Anne Bennent und ihrem Poesiekonzert. Immer wieder wird der Film durch Landschaftsaufnahmen scheinbar gestoppt, wie Gemälde stehen sie sekundenlang für sich.

"Guitar Driver" bietet zu viel für ein Werkporträt und zu wenig, um der Person Karl Ritter wirklich nahezukommen. Die Musik nimmt überhand und erschlägt bisweilen die lyrischen Bilder. Das Experimentelle an Ritters Musik hat man bald verstanden, in geringerer Dosis hätte man die Chance gehabt, sich besser in sie einzufühlen. Und es wäre mehr Platz für starke Szenen gewesen. Etwa als Ritters Frau, die Künstlerin Hermine Ritter, ihn schwarz-weiß wie ein Tier bemalt. Oder als er ihr kunstvoll Frühstück macht und sie den Teller fotografiert.

Ab Do in den Kinos

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