Empfohlen Filmkritik

The Favourite - Intrigen und Irrsinn

Foto: CentFox


Machtspiele unter Frauen und höfische Dekadenz im England des frühen 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Handlung steht Queen Anne (Colman), eine launische, kränkliche Frau, um deren Gunst die toughe Lady Sarah (Weisz) und ihre verarmte Cousine Abigail (Stone) wetteifern. - "Im freien Umgang mit deb historischen Fakten – in einer großartigen Tanzszene etwa werden moderne Moves in barocken Kostümen vollführt – erzählt der Film zeitlos von Dekadenz, Intrigen und Täuschung, von Einsamkeit, Sex, Liebe und Trauer." (S. Zeithammer)

Regie:
Regie:
Yorgos Lanthimos
Darsteller:
Darsteller:
Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hault
Land/Jahr:
Land/Jahr:
GB/IRL/USA 2018
Dauer:
Dauer:
120 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
25. Januar 2019

Der Machtkampf eines Trio infernal: "The Favourite"

Sabina Zeithammer | 23.01.2019

Yeorgos Lanthimos ist bekannt für seine bösen Filme, die unter einer surrealistisch-sarkastischen Oberfläche von allzu menschlichen Gefühlen und Abgründen erzählen. Mit "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" (Drehbuch: Deborah Davis und Tony McNamara) widmet sich der griechische Regisseur nun dem Genre Historiendrama. Im Mittelpunkt der Handlung, die in der ersten Dekade des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist, steht die englische Königin Anne, eine kindliche, launische und von schwerer Krankheit gezeichnete Frau.

An ihrer Seite leitet die toughe Lady Sarah (Rachel Weisz), ihre heimliche Geliebte, de facto die Regierungsgeschäfte Englands, das mit Frankreich Krieg führt. Als Sarahs verarmte Cousine Abigail (Emma Stone) am Hof auftaucht, beginnt die Beziehung zu bröckeln: Abigail arbeitet sich rasch von der Küchenmagd zur Kammerzofe hoch und trachtet danach, Annes Gunst zu gewinnen.

Waren Lanthimos' "Dogtooth" oder "The Lobster" stark von Verrätselungen geprägt, ist "The Favourite" weit klarer. Der lustvoll anarchische Zugang, pervertierte soziale Verhältnisse sichtbar zu machen, fehlt aber auch diesmal nicht. Im freien Umgang mit den historischen Fakten -in einer großartigen Tanzszene etwa werden moderne Moves in barocken Kostümen vollführt -erzählt der Film zeitlos von Dekadenz, Intrigen und Täuschung, von Einsamkeit, Sex, Liebe und Trauer.

Zwischen Groteske und Tragikomödie wechselnd, offenbaren sich die Charaktere von drei komplexen Frauenfiguren, deren Taten mal Abscheu, mal Mitgefühl hervorrufen -bis ihr Macht-und Existenzkampf mit stiller Bitterkeit einen Endpunkt findet. Absolut erhebend ist die Leistung des Ensembles, vor allem aber jene von Olivia Colman als Queen Anne: Man gebe der Frau den Oscar als Beste Hauptdarstellerin!

Ab Fr in den Kinos (OmU im Gartenbau)

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