Empfohlen Filmkritik

Champagner & Macarons - Ein unvergessliches Gartenfest

Place publique

Foto: Polyfilm


Bei einem luxuriösen Gartenfest nahe Paris lässt Regisseurin, Co-Autorin und Hauptdarstellerin Jaoui soziale Gegensätze aufeinanderprallen. Rund um die dauertelefonierende TV-Produzentin und Gastgeberin Nathalie, ihren schwer vom Alterungsprozess gekränkten Star-Moderator Castro sowie ihre sehnsuchtsvolle Schwester Hélène, die sich für Flüchtlinge engagiert und einst mit Castro verheiratet war, versammeln sich die Gäste zu einem Jahrmarkt der Erbärmlichkeiten. Ob man "Champagner & Macarons" noch als bissige Komödie oder schon als Feel-bad-Movie einstuft, bestimmen das persönliche Weltempfinden und der individuelle Zynismusgrad. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Agnès Jaoui
Darsteller:
Darsteller:
Agnès Jaoui, Sarah Suco, Kévin Azaïs, Léa Drucker, Jean-Pierre Bacri
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F 2018
Dauer:
Dauer:
98 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Festival:
Festival:
Kino im Kammergarten 2019
Kinostart:
Kinostart:
19. Oktober 2018

An der Kippe zur Satire: Champagner &Macarons

Sabina Zeithammer | 17.10.2018

Nein, dies ist keiner jener französischen Wohlfühlfilme, in denen eine unkonventionelle Heldin ein in Stumpfsinn oder Spießigkeit versunkenes Dorf zurechtcharmiert. Ob man "Champagner &Macarons - Ein unvergessliches Gartenfest" noch als bissige Komödie oder schon als Feelbad-Movie einstuft, bestimmen das persönliche Weltempfinden und der individuelle Zynismusgrad.

Unter dem schlichten Originaltitel "Place publique" lässt Regisseurin und Hauptdarstellerin Agnès Jaoui, die das Drehbuch gemeinsam mit Hauptdarsteller Jean-Pierre Bacri geschrieben hat, während eines luxuriösen Gartenfests nahe Paris soziale Gegensätze aufeinanderprallen. Rund um die dauertelefonierende TV-Produzentin und Gastgeberin Nathalie, ihren schwer vom Alterungsprozess gekränkten Star-Moderator Castro und Nathalies sehnsuchtsvolle Schwester Hélène, die sich für Flüchtlinge engagiert und einst mit Castro verheiratet war, versammeln sich die Gäste zu einem Jahrmarkt der Erbärmlichkeiten. Stadt-und Landbevölkerung, Alt und Jung, Linke und Rechte, Eltern und erwachsene Kinder, Vorgesetzte und Untergebene, Bewunderer und Bewunderte, Zyniker und Idealisten, Biobauern und Youtube-Stars eiern champagnerselig zwischen Leidenschaft und Frustration herum - und finden nicht mehr zu einer Gesellschaft zusammen.

Bemerkenswert an diesem Konversations-und Konfrontationsfilm sind die Sorgfalt und die Schärfe, mit der die drei Protagonisten und mehr als 15 Nebenfiguren gezeichnet sind. Stets an der Kippe zur Satire bleiben sie in ihrer Unvereinbarkeit alle menschlich verständlich. Wer es benötigt, findet dann doch noch ein blasses Hoffnungsglimmen in Jaouis bösem Werk: Das Leben geht immer irgendwie weiter. Und froh sei, wen nichts als First-World-Problems plagt.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmhaus)

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