Empfohlen Neu im Kino Filmkritik

Under the Silver Lake

Foto: © Viennale


Pop-Hommage-Mystery-Farce. Sam entdeckt einen Nachts eine junge Frau namens Sarah im Swimmingpool der Apartmentanlage, in der er wohnt, und kommt mit ihr ins Gespräch. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht ist Sarah verschwunden. Sam ist am Boden zerstört und folgt vermeintlichen Spuren und Hinweisen, die Sarah ihm hinterlassen hat. Eine skurrile Odyssee durch Silver Lake, das Szeneviertel von Los Angeles, beginnt.

Regie:
Regie:
David Robert Mitchell
Darsteller:
Darsteller:
Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Sydney Sweeney
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2018
Dauer:
Dauer:
139 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe

Follower in hollow Hollywood: lecker Slacker-Noir

Drehli Robnik | 13.02.2019

Ist 'leicht schon wieder Postmoderne? Kinder, die Zeit vergeht! Also, eh nicht so schnell: Vielleicht ist sind noch Nineties, also schon wieder Seventies, jedenfalls alt aber schrill, sonnig-bunt -wir sind in L.A. -, auch nächtlich rätselhaft. In der Pop-Hommage-Mystery-Farce "Under the Silver Lake" ist alles Spur, vieles Spaß und Spannung auf Sparflamme. Das ist kein Mangel, mehr Taumeln in Traum und Trance: Fetischistisches Flechtwerk aus Verweisen und Anziehungen zerfasert in nichts oder Nichtigkeitstiraden wie die Szene mit The Songwriter, auf den alle Popkultur mit ihren Messages zurückgeht.

Crazy das? Eh. Aber auch vertraut, denn es wird wild zitiert: Old Hollywood auf Videoband, Cobains Gitarre, James Deans Büste, Hobo-Code, Müslipackerl-Schatzkarte, alte Fan zines. Zitieren ist normal. Spooky wird's, wenn Dogkiller oder Eulenfrau umgehen, Teil einer Verschwörung oder auch nicht.

Regisseur David Robert Mitchell ist versiert in Atmosphäre (Bernard-Herrmann-hafte Musik zu langsamen Fahrten) und in Zine und Zeit: Seine Filme, zuvor "The Myth of the American Sleepover" und "It Follows", lassen halboffen, wann der jeweilige Urban Myth spielt. Stets kommen alte Sexheftln vor, diesmal in einem Szenesoziotop kesser Girls fatales (u.a. Riley Keough): I werd noirish, Parallax lax am Mulholland Drive. Leider eine Buberlfantasie. Dafür rätselt das Schlurfbuberl (Andrew Garfield) im T-Shirt oder Pyjama so sympathisch wie der ganze Film. Doc Sportello winkt mit Long Goodbye.

Wie hängt das zusammen? Irgendwie. Alles. "Who's not being followed these days?", heißt es. Daraus folgt: Die Stadt ist doppelbödig, Hollywoods Hügel hohl, und die Irrwitz-Idee, dass alte reiche Männer ihre konspirative Allmacht ausleben, indem sie sich unter die Erde vertschüssen, ist fast tröstlich.

Ab Fr in den Kinos (OF im Burg)

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