Empfohlen Filmkritik

Kino Wien Film

Foto: © Viennale


Nachdem die "lebenden Bilder" Ende des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickt hatten, entstanden in Wien hunderte Kinos. Rosdy spürt den heute noch existierenden Filmhäusern, ihrer Technik und ihren Besitzverhältnissen, aber auch der Vergangenheit nach: So erinnert er etwa an den Beruf des Filmpendlers, den es in den Tagen lang vor der Digitalisierung gab. Unter den Auskunftspersonen sind Henry Ebner, Anna Nitsch-Fitz, Gerhard Gruber und andere.

Regie:
Regie:
Paul Rosdy
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö 2018
Dauer:
Dauer:
97 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
15. März 2019

1896 bis heute: Paul Rosdys "Kino Wien Film"

SABINA ZEITHAMMER | 13.03.2019

In seiner Kindheit, erzählt ein Interviewpartner im Dokumentarfilm "Kino Wien Film", habe es in fußläufiger Entfernung der elterlichen Wohnung fünf oder sechs Kinos gegeben. Gar Hunderte entstanden in Wien, nachdem die "lebenden Bilder" der Brüder Lumière hier ab 1896 ihren Siegeszug antraten. Von Warteschlangen vor jenen frühesten Filmvergnügungstempeln bis zu den Strategien, Menschen heute ins Kino zu locken, reicht Paul Rosdys Liebeserklärung an die Wiener Lichtspielhäuser.

Trotz des viel zitierten Kinosterbens schlägt der Regisseur keinen wehmütigen Ton an: Mit Verve und Leichtigkeit erkundet sein Film die einst fast unüberschaubare Kinolandschaft und sucht heutige Kinobetreiber auf. Zwischen historischen Quellen, Interviews und Blicken hinter die Kulissen springt "Kino Wien Film" fröhlich und kurzweilig hin und her; zwei Leitmotive sind dabei die öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen es durch die Stadt geht, und die Eroberung jeglicher vorhandenen "Leinwand" durch einmontiertes Filmmaterial, seien es Grafiken historischer Kinosäle oder die Werbebildschirme moderner Straßenbahnen.

Lustig sind die gesammelten Antworten auf die Frage "Warum gehe ich ins Kino?", düster das Kapitel der Arisierung als noch lang nachwirkender Ungerechtigkeit, interessant der Einblick in technische Voraussetzungen damals und heute. Oft menschelt es in diesem sympathisch-unperfekten Film, der an anderer Stelle, geht es etwa um das Verhältnis von kleinen Kinos und internationalen Ketten, konträre Meinungen ganz klassischdokumentarisch nebeneinanderstellt.

Wer das Kino liebt, wird Rosdys Werk viel abgewinnen können, insbesondere im individuell präferierten Lichtspielhaus: Rund um den Kinostart tourt der Film, begleitet von Gesprächen, durch elf Wiener Kinos.

Ab Fr in den Kinos

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  • Termine Wien
  • Gartenbaukino
    1010 Wien
    15:30
    (Anschl. Gespräch mit Horst Raimann, u.a. Kinotechniker des Gartenbau)
     
  • Termine Wien
  • Admiral Kino
    1070 Wien
    21:00  
  • Termine Wien
  • 20:00
    (Anschl. Gespräch mit Paul Rosdy und Gästen)
     
  • Termine Wien
  • 20:00
    (Anschl. Gespräch mit Paul Rosdy und Gästen)
     
  • Termine Wien
  • 20:00
    (Anschl. Gespräch mit Paul Rosdy und Gästen)
     

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