Empfohlen Filmkritik

Dogman

Foto: Alamode Film


Der schmächtige Marcello betreibt einen Hundewaschsalon, irgendwo an der Peripherie eines trostlosen italienischen Badeorts. "Dogman - Lavaggio cani" steht groß über dem Geschäft - und es geht nicht einmal so schlecht, denn nebenher lässt er sich auf kleine Gaunereien ein und vertickt Koks an Simone, den miesesten Schläger in der Stadt. Seine kleine Tochter sieht Marcello nur alle paar Wochen, sodass er alle Empathie, alle Liebe, deren er fähig ist, den Vierbeinern entgegenbringt – und seinem Mafioso-Kumpel. Die ungleiche Freundschaft bildet das dramatische Zentrum des Films: eine Parabel über eine italienische Gesellschaft, die buchstäblich auf den Hund gekommen ist. (Michael Omasta)

Regie:
Regie:
Matteo Garrone
Darsteller:
Darsteller:
Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Nunzia Schiano, Alida Baldari Calabria, Gianluca Gobbi
Land/Jahr:
Land/Jahr:
I 2018
Dauer:
Dauer:
120 min
Kinostart:
Kinostart:
19. Oktober 2018

Auf den Hund gekommen: Garrones "Dogman"

Michael Omasta | 17.10.2018

Es ist eine teilnahmslose Welt, in der Marcello lebt. Der schmächtige Mann mit den großen Augen und schiefen Zähnen betreibt einen Hundewaschsalon, irgendwo an der Peripherie eines trostlosen Badeorts in Kampanien. "Dogman - Lavaggio cani" steht groß über dem Geschäft. Und es geht nicht einmal so schlecht, denn nebenher lässt der Besitzer sich auf kleine Gaunereien ein und vertickt Koks an Simone, den miesesten Schläger in der Stadt. Seine kleine Tochter sieht Marcello nur alle paar Woche einmal, sodass er alle Empathie, alle Liebe, deren er fähig ist, den Vierbeinern entgegenbringt -und seinem nicht weniger aggressiven Mafioso-Kumpel, dem er mit geradezu hündischer Folgsamkeit ergeben ist.

Diese ungleiche Freundschaft bildet das dramatische Zentrum von "Dogman" von Matteo Garrone, der seit "Gomorrha" (2008) in der ersten Liga der europäischen Regisseure spielt. Der neue Film ist eine Parabel über eine italienische Gesellschaft, die buchstäblich auf den Hund gekommen ist, und eine beißende Kritik am bis ins Groteske gesteigerten machistischen Gewaltkult. Dass die Geschichte ein unschönes Ende haben wird, daran besteht von Anfang an kein Zweifel. Wirklich zweifelhaft indes sind die burlesken Szenen zwischendurch, etwa wenn Marcello einen Pudel aus einem Kühlschrank befreit und mit dem Fön wiederbelebt.

Die eigentliche Sensation an "Dogman" aber ist sein Hauptdarsteller Marcello Fonte. "Seine Liebenswürdigkeit und sein historisch anmutendes Gesicht", sagt Regisseur Garrone, "haben mir klar gemacht, wie ich mit diesem düsteren Thema umzugehen habe: ein Mann, der sich nach einem Leben voller Demütigungen zu erlösen versucht und schließlich der Illusion hingibt, nicht nur sich selbst befreit zu haben, sondern auch seine Umgebung, vielleicht sogar die ganze Welt."

Ab Fr im Kino (OmU im Admiral und Filmcasino)

Anzeige

Anzeige


Anzeige

Anzeige