Empfohlen Filmkritik

#Female Pleasure

Foto: Filmladen


Fünf mutige Frauen - Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner, Vithika Yadav -, die gegen die Unterdrückung und Fremdbestimmung von Frauen und ihrer Sexualität durch kulturelle und religiöse Traditionen kämpfen, werden in diesem Dokumentarfilm präsentiert. "Als Zuschauerin verlässt man das Kino mit der erschütternden Erkenntnis, wie viele kulturelle Korsette noch zu sprengen sind. Aber auch mit wacheren, kritischeren, solidarischeren Augen. Große Empfehlung!" (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Barbara Miller
Land/Jahr:
Land/Jahr:
CH/D 2018
Dauer:
Dauer:
97 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Festival:
Festival:
Sommerkino Marchfeld 2019
Kinostart:
Kinostart:
16. November 2018

Der lange Weg aus der Unterdrückung

Sabina Zeithammer | 21.11.2018

Mit strahlendem Gesicht steigt eine Japanerin in ein Kajak und paddelt auf den Sumida-Fluss hinaus. Ihre Zuschauer applaudieren, doch soll die Aktion Rokudenashiko eine Verhaftung einbringen. Das Boot gehört zu ihrer Vaginakunst und zeigt einen überdimensionalen Abdruck ihrer Vulva. In der traditionell buddhistisch-schintoistischen Kultur, aus der sie stammt, gibt es zwar Fruchtbarkeitsfeste mit Phalli in allen Größen, die Vagina aber ist tabuisiert.

Rokudenashiko ist eine von fünf Protagonistinnen im Dokumentarfilm "#Female Pleasure", der weltweit dieselbe Geschichte erzählt: jene der Unterdrückung und Fremdbestimmung von Frauen und ihrer Sexualität durch kulturelle und religiöse Traditionen. Regisseurin Barbara Miller porträtiert Leyla Hussein, die gegen weibliche Genitalverstümmelung kämpft, die Schriftstellerin Deborah Feldman, die aus einer ultraorthodoxen jüdischen Familie stammt, Doris Wagner, eine ehemalige Ordensfrau, die in ihrem Kloster sexuell missbraucht wurde und heute als Philosophin gegen die Doppelmoral der katholischen Kirche anschreibt, sowie Vithika Yadav. Die Nordinderin erlebte schon als Kind völlig selbstverständliche Übergriffe durch Männer und ist Mitgründerin der Sexualaufklärungsplattform "Love Matters".

Es sind nicht nur diese charismatischen Frauen, die "#Female Pleasure" so sehenswert machen, vor allem ist es die Bandbreite an Themen und (Meta-)Ebenen, die Millers Doku zumindest anreißt. So wird hier etwa nicht nur die Genitalverstümmelung angeklagt, sondern auch gezeigt, wie Aufklärungsarbeit funktioniert. Als Zuschauerin verlässt man das Kino mit der erschütternden Erkenntnis, wie viele kulturelle Korsette noch zu sprengen sind. Aber auch mit wacheren, kritischeren, solidarischeren Augen. Große Empfehlung!

Bereits im Kino (OmU im Votiv)

Anzeige

Anzeige


Anzeige

Anzeige