Empfohlen Filmkritik

Glass

Foto: Universal Pictures


Quasi ein Best-of-Shyamalan: Erneut ist McAvoy als "Split"-Personality in 24 Rollen zu sehen, Willis, erneut "Unbreakable", bietet ihm Paroli usw.

Regie:
Regie:
M. Night Shyamalan
Darsteller:
Darsteller:
Bruce Willis, Samuel L. Jackson, James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2018
Dauer:
Dauer:
129 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
17. Januar 2019

X-Men in Spasmen am Ende mit Wende: "Glass"

Drehli Robnik | 23.01.2019

Sixth Sense", "The Village", "The Visit". Thriller, die ihre "Welt" retroaktiv umdefinieren; ihre Enden ziehen uns Böden unter den Füßen weg. Das sind Trademarks von M. Night Shyamalan, verwoben in Traumapanoramen, angesiedelt in Amerikas Gründungskapitale Philadelphia. Erwartungsgemäß unerwartet wird es immer schon anders gewesen sein.

Retroaktion wendet Shyamalan nun auf sein Oeuvre an. Sein Rätselschocker "Split" entpuppte sich 2017 am Ende als Fortsetzung seines Melo-Mysterys "Unbreakable" von anno 2000: als Geheimsequel, auf das 17 Jahre lang niemand gewartet hat. "Glass" beendet, was offenbar seit jeher eine weird phrasierte Trauertrilogie über Superhelden -oder Psychopathen? - war. Der actionreichste der Filme fusioniert leidende Delirien: die "Unbreakable"-Dyade (manischer Mastermind mit "Glasknochen", unverwundbarer Securitymann) und den "Split"-Schizophrenen namens The Horde. Oder Beast. Oder Patricia.

Am Ende versprüht "Glass" Weisheit in Sachen "Alle wollen speziell sein". Prätention ist Shyamalans Schwäche - Laster und superheroische Weakness. Sein Motivuniversum aber ist im besten Eigen-und Starrsinn idiotisch; ob wir mitkommen, zählt wenig, zumal es selbst oft anhält: Geige flirrt, Closeup-fixiert, Trance befällt selbst tobende Kämpfe. Am Wahrheitsort einer Klinik für Leute, die sich für Superhelden halten, ist Samuel L. Jackson ganz Tic, Bruce Willis ganz Kopf, James McAvoy ganz Spasmus. Mit den X-Men teilt die Trilogie letzteren Star, den Rollstuhldenker und den Titel "ältestes aktives Superhero-Filmfranchise". Im Jahr 2000, vor 9/11, im Web 1.0, war das Thema Comic-Helden so eigen, wie "Glass" heute anmutet. Security war ein Omen, Transparenz noch keines. Wir waren split und darob maximal traurig. Aber es war immer eine Glass Society.

Bereits im Kino (OF im Artis und Haydn)

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