Empfohlen Filmkritik

Frühes Versprechen

La Promesse de l’aube

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen: "Frühes Versprechen", die Verfilmung seines autobiografischen Romans, enthüllt das abenteuerliche Leben des - nach dem Hollywoodstar Gary Cooper benannten - französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary (1914-1980).

Regie:
Regie:
Eric Barbier
Darsteller:
Darsteller:
Pierre Niney, Charlotte Gainsbourg, Didier Bourdon, Jean-Pierre Darroussin, Catherine McCormack
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F 2017
Dauer:
Dauer:
131 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
8. Februar 2019

Mamma mia! - "Frühes Versprechen"

Sabina Zeithammer | 06.02.2019

Es gilt als pädagogisch wenig wertvoll, die eigenen unerfüllten Träume zwanghaft im Leben des Nachwuchses realisiert sehen zu wollen. Nina Kacew scheint dies gänzlich fremd, als sie ihren Sohn Romain 1924 vor die versammelte Nachbarschaft stellt, die der jüdischen Schneiderin die Polizei auf den Hals gehetzt hat. Sie würden schon noch sehen, brüllt sie, Romain werde eines Tages Botschafter sein. Für den beschämten Buben wird das Gelächter des ganzen Hauses ein lebenslanger Antrieb, noch mehr aber die eigenwillige Erziehung seiner über alles geliebten Mutter, der er die Welt zu Füßen legen will.

Mit "Frühes Versprechen" hat Éric Barbier den autobiografisch-fiktiven Roman "La Promesse de l'aube" (1960) des Schriftstellers und Diplomaten Romain Gary verfilmt. Das komödiantische Drama folgt der Geschichte von Mutter und Sohn von Polen über Frankreich bis zum Zweiten Weltkrieg in England und Afrika. Die abenteuerliche Entwicklung des Protagonisten, dessen Antlitz schon einmal in historische Aufnahmen hineinmontiert wird, erinnert an "Forrest Gump"; anstelle der liebevollen, fördernden Mutter steht hier freilich eine exzentrische, fordernde Übermutter, die ihren Sohn mit ihren Erwartungen fast in den Wahnsinn treibt. In gleichem Maße gibt sie aber auch ihre Kraft, ihr Selbstbewusstsein und ihre Chuzpe an Romain weiter, die ihm tatsächlich ein außergewöhnliches Leben bescheren.

"Frühes Versprechen" ist mit seinen wunderbar harmonierenden Hauptdarstellern Charlotte Gainsbourg und Pierre Niney und einer an Details, optischen Eindrücken und Tempo reichen Handlung zuallererst gute Unterhaltung. Auf welches Versprechen sich sein Titel wirklich bezieht, offenbart der Film aber erst am Ende -und gibt dem Publikum so noch etwas zum Nachdenken mit auf den Weg.

Ab Fr im Filmhaus (OmU)

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Dieser Film läuft aktuell nicht in österreichischen Kinos.

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