Empfohlen Filmkritik

Wir

Us

Foto: Universal Pictures


Adelaide und Gabe Wilson fahren mit den Kindern an den Strand und wollen Zeit mit ihren Freunden verbringen. Doch die Urlaubsstimmung wird zum Albtraum, als plötzlich eine Gruppe unheimlicher Gestalten auftaucht. "Spiegel, Schatten, Doppelgänger sind Allerweltsmotive. Im Durchmessen einer Allerwelt aber, im Entfalten einer Mythologie zu der Zwillingsfamilie, die die Heldin und die Ihren heimsucht, im Ergründen dieser Bildwelt als ein politisches Unbewusstes, ist 'Wir' hartnäckig: Das Wir wird wieder pointiert. Hochverdichtet ist das Sich-Finden im Schock-Close-up der Mutter (Lupita Nyong'os mitreißende Tour de force); ihr Kindheitstrauma weitet sich zum veritablen Sozialpanorama. Als spreche sie den Beiklang des Originaltitels 'Us' aus, krächzt ihr Double: 'We're Americans.'" (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Jordan Peele
Darsteller:
Darsteller:
Lupita Nyong'o, Winston Duke, Elisabeth Moss, Tim Heidecker, Yahya Abdul-Mateen II, Anna Diop, Madison Curry
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2019
Dauer:
Dauer:
120 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
21. März 2019

Schere, Kette, Schock: Wir sind "Wir", und zwar halb

Drehli Robnik | 20.03.2019

Paranoiathrill zum Vollhorror aufgedreht: Auf "Get Out" folgt "Wir". Auch Jordan Peeles zweite creepy Satire spielt unter vielsagendem Titel im Gutbürgerlichen. Im Visier eines Quasi-Blockbusters, der Genres und Publika neu kombiniert, sind "Wir" alle. Find yourself: Das Funpark-Spiegelkabinett, zu dem wir mehrmals zurückkehren, formuliert ein Angebot, sich im Gewebe von "Wir" wiederzufinden.

Spiegel, Schatten, Doppelgänger sind Allerweltsmotive. Im Durchmessen einer Allerwelt aber, im Entfalten einer Mythologie zur Zwillingsfamilie, die die Heldin und die Ihren heimsucht, im Ergründen dieser Bildwelt als ein politisches Unbewusstes, ist "Wir" hartnäckig: Das Wir wird wieder pointiert. Hochverdichtet ist das Sich-Finden im Schock-Close-up der Mutter (Lupita Nyong'os mitreißende Tour de Force); ihr Kindheitstrauma weitet sich zum veritablen Sozialpanorama. Als spreche sie den Beiklang des Originaltitels "Us" aus, krächzt ihr Double: "We're Americans". Alle sind mit drin. Wie in "Get Out" birgt eine Home-Invasion ein Ausbeutungsverhältnis, diesmal nicht zwei Geister in einem Körper, sondern von jedem Körper zwei -tethered, so die "Wir"-Mythologie. Welcher Geist zeigt diese Aneinanderkettung, Verbindung in Trennung? Ein Schlüsselbild ist da die Schere, die von Arm & Reich mitgemeint: Konnex überkreuz von Landhaus und Unterwelt -Infrastruktur der Besitzlosen, Schulkorridor wie ein Knast, Doubles in Orange. How the other half lives.

24 Handlungsstunden im Wechsel der Situationen, trocken im Schmäh, berauscht an der Symbolik. Peele, gelernter Rassismusparodist und Habituskomiker, führt vom Ominösen über Slash-Action zur linkspopulistischen Ausholgeste: Zu Soul-Folk von Minnie Riperton erscheint ein Underdog-Volk als Kette. Vergesst "It"."Wir" ist irr und groß.

Ab Fr in den Kinos (OF im Burg und Haydn)

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