Empfohlen Filmkritik

Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

Pájaros de verano

Foto: Polyfilm


Kolumbien im Jahr 1968: Rapayet, ein Angehöriger des indigenen Volkes der Wayuu, verliebt sich in Zaida, Tochter der Matriarchin Úrsula. Um das Brautgeld aufzutreiben, steigt er in den Marihuanahandel mit den Amerikanern ein. Das Geschäft bringt der Familie in der folgenden Dekade großen Reichtum – und eine durch Gier ausgelöste Blutfehde mit sich, die aller Leben zerstört. "Birds of Passage" erzählt eine von wahren Ereignissen inspirierte Geschichte – und ist doch allenthalben wie von Träumen berührt. Das Besondere des Films machen die Riten der Wayuu aus: Das Wort hat hier mehr Macht als Gewalt; familiäre Zugehörigkeit ist das oberste Gebot. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Ciro Guerra, Cristina Gallego
Darsteller:
Darsteller:
Carmina Martinez, Natalia Reyes, Jose Acosta, José Vicente
Land/Jahr:
Land/Jahr:
COL/DK/MEX 2018
Dauer:
Dauer:
125 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
5. April 2019

Ritus, Gier und Rache: "Birds of Passage"

Sabina Zeithammer | 03.04.2019

Kolumbien im Jahr 1968: Rapayet, ein Angehöriger des indigenen Volkes der Wayuu, verliebt sich in Zaida, Tochter der Matriarchin Úrsula (Carmiña Martínez). Um das Brautgeld aufzutreiben, steigt er in den Marihuanahandel mit den Amerikanern ein. Das Geschäft bringt der Familie in der folgenden Dekade großen Reichtum - und eine durch Gier ausgelöste Blutfehde mit sich, die aller Leben zerstört.

"Birds of Passage -Das grüne Gold der Wayuu" ist eine gemeinsame Arbeit von Ciro Guerra und Cristina Gallego. Ersterer machte 2015 mit dem rauschhaften "Der Schamane und die Schlange" von sich reden. "Birds of Passage" erzählt nun eine ganz konkrete, von wahren Ereignissen inspirierte Geschichte - und ist doch allenthalben wie von Träumen berührt. Das Besondere des Films machen die Riten der Wayuu aus: Das Wort hat hier mehr Macht als Gewalt; familiäre Zugehörigkeit ist das oberste Gebot. Der Handel mit Nicht-Wayuu und Entschädigungen nach Regelverstößen werden durch die Stammesältesten mitbestimmt. Toten-und Trauerrituale, Talismane und Traumdeutung sind Sache der mächtigen Frauen. In ihren wallenden, wunderschön gemusterten Kleidern tanzen sie wie Vögel, und der Vogel ist es auch, in dessen Form ein Ermordeter zurückkehrt.

Diese Elemente fließen ganz organisch in einen packenden Drogenund Rachethriller ein; nur ab und zu, etwa im Fall des prächtigen, einsamen Hauses, das bald die Hütte von Rapayet ersetzt, hat die Symbolik etwas Kulissenhaftes.

Wie im Märchen oder in der Science-Fiction führen Guerra und Gallego die Überlebenden der Fehde schlussendlich zurück zu bzw. in einen Zustand noch vor der Lebensweise, in der Gier und Hybris um sich zu greifen begannen. Wenn jene letzten Menschen denn noch wüssten, wie man dieses Leben führt. Empfehlung!

Ab r in den Kinos (OmU im Filmcasino)

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