Kinder Filmkritik

Mirai - Das Mädchen aus der Zukunft

Mirai no Mirai

Seit Kuns Schwesterchen auf der Welt ist, vermisst es der Vierjährige schmerzlich, im Zentrum der Aufmerksamkeit seiner Eltern zu stehen. Als er ganz von Eifersucht erfüllt ist, geschieht Magisches: Der Innenhofgarten verwandelt sich in ein Zauberreich. Kun begegnet seiner Mutter als kleinem Mädchen, seinem Urgroßvater als jungem Mann, und, zu seinem größten Erstaunen, Mirai als Teenager. Durch die Erfahrungen, die er mit seinen von Zeit und Raum enthobenen Verwandten macht, wächst er in die neue Familiensituation hinein. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Mamoru Hosoda
Land/Jahr:
Land/Jahr:
J 2018
Dauer:
Dauer:
98 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
ab 6
Kinostart:
Kinostart:
30. Mai 2019

Aus dem Zaubergarten der Kindheit: "Mirai"

Sabina Zeithammer | 29.05.2019

Seit Kuns Schwesterchen auf der Welt ist, vermisst es der Vierjährige schmerzlich, im Zentrum der Aufmerksamkeit seiner Eltern zu stehen. Als er ganz von Eifersucht erfüllt ist, geschieht Magisches: Der Innenhofgarten verwandelt sich in ein Zauberreich. Kun begegnet hier seiner Mutter als kleinem Mädchen, seinem Urgroßvater als jungem Mann und, zu seinem größten Erstaunen, Mirai als Teenager. Durch die Erfahrungen, die er mit seinen von Zeit und Raum enthobenen Verwandten macht, wächst er langsam in die neue Familiensituation hinein.

Mamoru Hosodas Anime "Mirai - Das Mädchen aus der Zukunft" ist ein reicher Familienfilm, der sich mit mehreren Generationen beschäftigt. Neben Kun stehen auch die Eltern, die sich beim zweiten Kind für eine Väterkarenz entschieden haben, im Mittelpunkt. Berührend und inspirierend ist die Idee einer Familiengeschichte als Zusammensetzung unzähliger individueller Geschichten, die "Mirai" transportiert.

Der Vergleich mit "Chihiros Reise ins Zauberland", den manche Kritiker bemühen, geht allerdings nicht auf - treten die verschiedenen Blickwinkel doch auch in Konkurrenz. Dass "Mirai" zwischen Fantasie und Realität wechselt, ist dabei weniger entscheidend als eine allzu erwachsene, mitunter moralisierende Perspektive in den fantastischen Sequenzen. Den Eindruck eines unscharfen Fokus unterstreicht zudem eine gruselige Episode, die für jüngere, ängstliche Kinder im Publikum nicht geeignet erscheint.

Seine bezauberndsten Momente hat "Mirai" so in der liebevollen Beobachtung des kleinen Protagonisten, der seinen Gefühlen und Wünschen mit aller Ernsthaftigkeit eines Vierjährigen ausgeliefert ist. Hosoda ließ sich, das merkt man wunderbar, für sein Werk von seinen eigenen Kindern inspirieren.

Ab Fr im Filmhaus (dF und OmU)

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Dieser Film läuft aktuell nicht in österreichischen Kinos.

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