Empfohlen Filmkritik

Christo - Walking on Water

Foto: Alamode Film

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Der Künstler Christo verwirklichte 2016 am norditalienischen Lago d'Iseo seine "Floating Piers": Auf schwankenden, mit leuchtend gelben Stoffbahnen umhüllten Kunststoffstegen konnten schließlich 1,2 Millionen Besucher über das Wasser wandeln. Regisseur Andrey Paounov verwebt den turbulenten Entstehungsprozess aus 700 Stunden Rohmaterial mit heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik zu einer vielschichtigen Chronologie der Ereignisse im Stil des Direct Cinemas. (Martin Nguyen)

Regie:
Regie:
Andrey Paounov
Land/Jahr:
Land/Jahr:
I/USA 2018
Dauer:
Dauer:
100 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
12. April 2019

Gut verpackt ist halb gewonnen: "Christo"

Martin Nguyen | 10.04.2019

Bereits zweimal nahmen der Künstler Christo und seine 2009 verstorbene Lebens-und Arbeitspartnerin Jeanne-Claude Anlauf, eine auf dem Wasser schwebende Installation zu realisieren. 2016 verwirklichte Christo schließlich "Floating Piers" erstmalig solo: Auf schwankenden, mit leuchtend gelben Stoffbahnen umhüllten Kunststoffstegen, konnten Besucher am norditalienischen Lago d'Iseo über das Wasser wandeln.

Regisseur Andrey Paounov ist nicht Christos erster Dokumentarist. So haben in der Vergangenheit etwa die Brüder Maysles zahlreiche seiner Verhüllungsprojekte dokumentiert. Paounov verwebt in "Christo -Walking on Water" den turbulenten Entstehungsprozess aus 700 Stunden Rohmaterial mit heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik zu einer vielschichtigen Chronologie der Ereignisse im Stil des Direct Cinemas. Andernfalls inflationär gebrauchte Drohnenaufnahmen ergeben hier mit Blick auf den See Sinn, das pulsierende Score treibt das Drama voran. Unterhaltsam geraten dabei die ruppigen Diskussionen zwischen dem exzentrischen Träumer Christo und seinem bulligen Neffen Vladimir Yavachev, der als Projektleiter realistisch bleiben muss.

Das Drama beginnt jedoch mit der Eröffnung. Das auf 16 Tage anberaumte Kunstwerk droht bereits nach den ersten Tagen unter dem unkontrollierten Besucheransturm zu bersten. Vladimir wird als Mann fürs Grobe zu Bürokraten und Verwaltung geschickt. Ein unausgesprochener Verdacht auf Korruption und Gier liegt in der Luft. Erst als Vladimir und Christo drohen, das Projekt zu schließen, kooperieren die Behörden und regulieren den Andrang. Nicht Geduld brauche es für seine Projekte, erklärt der unermüdliche Christo, sondern Leidenschaft. Und so können am Ende 1,2 Millionen Menschen frei zugänglich die "Floating Piers" besuchen.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmcasino)

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