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Das Familienfoto

Photo de famille

Foto: Alamode Film


"Tragikomödien und Feel-good-Movies, das können die Franzosen. 'Das Familienfoto' pendelt sich irgendwo dazwischen ein. Es beginnt überspannt mit neurotischen Figuren: Gabrielle, Mutter eines pubertierenden Sohns, kämpft auf mehreren Ebenen mit Stillstand und Bewegung, Elsa quält ihr unerfüllter Kinderwunsch, Mao ist regelmäßig kurz davor, seinem Leben ein Ende zu setzen. Um sich mehr und mehr zu einem warmherzigen Familienfilm zu entwickeln, dessen ernsthafte Themen durch die Quirligkeit hindurch berühren. Jedes Mitglied des Ensembles steht dabei für seinen Charakter und dessen Probleme ein, als ob sie alle Hauptfiguren wären." (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Cécilia Rouaud
Darsteller:
Darsteller:
Vanessa Paradis, Camille Cottin, Pierre Deladonchamps, Jean-Pierre Bacri, Chantal Lauby
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F 2018
Dauer:
Dauer:
98 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
17. Mai 2019

Überspannt bis herzlich: "Das Familienfoto"

Sabina Zeithammer | 15.05.2019

Der Vater, ein frauenliebender Egomane, warf die überfahrene Katze achtlos in den Müll, die Mutter, eine Psychotherapeutin, beerdigte den Teddybären: Die drei Geschwister Gabrielle, Elsa und Mao hatten es nicht leicht mit ihren Eltern. Am übelsten nahmen sie ihnen jedoch, nach der Scheidung voneinander separiert worden zu sein. Mittlerweile längst erwachsen, klagen sie Pierres und Claudines Verfehlungen bei jeder Gelegenheit an; etwa beim Begräbnis des Großvaters, mit dem der zweite Spielfilm von Cécilia Rouaud beginnt.

Die demente Omi kann sich zwar nicht mehr an ihren Mann erinnern, ist für ihre Verwandten aber immer noch ein emotionales Gravitationszentrum - wurden die Sommer, die die drei Geschwister bei ihr verbrachten, doch stets sehnlichst erwartet. Konfrontiert mit der Frage, wo die alte Dame künftig leben soll, muss die Familie sich neu zusammenraufen.

Tragikomödien und Feel-good-Movies, das können die Franzosen. "Das Familienfoto" pendelt sich irgendwo dazwischen ein. Es beginnt überspannt mit neurotischen Figuren: Gabrielle, Mutter eines pubertierenden Sohns, kämpft auf mehreren Ebenen mit Stillstand und Bewegung, Elsa quält ihr unerfüllter Kinderwunsch, Mao ist regelmäßig kurz davor, seinem Leben ein Ende zu setzen. Um sich mehr und mehr zu einem warmherzigen Familienfilm zu entwickeln, dessen ernsthafte Themen durch die Quirligkeit hindurch berühren. Jedes einzelne Mitglied des Ensembles steht dabei für seinen Charakter und dessen Probleme ein, als ob sie alle Hauptfiguren wären.

Rouauds Drehbuch erfreut mit unerwarteten Wendungen, ein Cat-Stevens-Song als musikalisches Leitthema erinnert zart an "Harold und Maude". Ein feiner Film für regnerische Kinonachmittage, insbesondere für Menschen, die Geschwister, Omis, Eltern oder Kinder haben.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)

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