Filmkritik

Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Long Shot

Foto: Studiocanal


Knuffiger kritischer Journalist, eben auf Druck eines rechten Moguls entlassen, trifft seine einstige Babysitterin wieder: Er schwärmte damals für sie; sie schwärmte für Müllrecycling und ist nun multitaskende US-Außenministerin mit Optimal-Image und Öko-Agenda – bald auch Präsidentin? Sie werden ein Paar. "Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich"? Eh. So lautet der long title von "Long Shot". Er macht Lust auf die Synchronfassung und ist das Gewagteste an dieser Romantic Comedy, die erzählt, wie wichtig es ist, es nicht gestresst allen rechtmachen zu wollen, und sich dabei stresst, es allen rechtzumachen. (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Jonathan Levine
Darsteller:
Darsteller:
Charlize Theron, Seth Rogen, O'Shea Jackson Jr., Andy Serkis, June Diane Raphael
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2019
Dauer:
Dauer:
125 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
20. Juni 2019

Hinter jeder starken Frau wichst ein lockerer Mann

Drehli Robnik | 26.06.2019

Knuffiger kritischer Journalist, eben auf Druck eines rechten Moguls entlassen, trifft seine einstige Babysitterin wieder: Er schwärmte damals für sie; sie schwärmte für Müllrecycling und ist nun multitaskende US-Außenministerin mit Optimal-Image und Öko-Agenda -bald auch Präsidentin? Sie werden ein Paar.

,, Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich"? Eh. So lautet der long title von "Long Shot". Er macht Lust auf die Synchronfassung und ist das Gewagteste an dieser Romantic Comedy, die erzählt, wie wichtig es ist, es nicht gestresst allen rechtmachen zu wollen, und sich dabei stresst, es allen rechtzumachen. Viele Hollywoodfilme sind typisch Hollywood auf eine Art, bei der das nicht stört und anderes zur Geltung kommen kann; "Long Shot" ist typisch und meint es auch so. Das macht Druck und erzeugt etwas Charme. Wie auch nicht bei der Besetzung? Charlize Theron, Dior-Goldmarie, Comedy-bewährt, beeindruckende Action-Ikone, und Seth Rogen, ewiger Stonerbubenbär (hier in "Knocked Up"-Upgrade), hätten sich mehr Kontur verdient; auch die MeToo-Bewegung, die hier höflich grüßt.

Er ist gegen Nazis, sie für Bäume. Aber ausgewogen: Sein Buddy (O'Shea Jackson), eines der nicht-weißen Helferleins in der knuffigen "Rassen"- Hierarchie dieses Films, outet sich als Republikaner. Die Ministerin ist offenbar parteilos. Anfangs erscheint sie als konsensbemüht, er als unverblümt (irgendwie öko).

Das bleibt nicht so: Bald gilt sie als verkrampft, er als gut drauf. Also lehrt er sie: Vergiss die Ratings. Merk dir: Sei immer locker, nimm Ecstasy, trage Basecaps, fluche. Sie reconnectet mit ihrem inneren Girl und bricht mit hantigen Beraterinnen, er behält Definitionshoheit. Er wichst am Laptop, sie liebt ihn dafür. In früheren Rom-Coms mussten die Typen sich noch bemühen und Geld haben.

Bereits im Kino (OF im Artis und Haydn)

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