Gedicht

vom 28.05.2014

Der österreichische Lyriker Franz Josef Czernin (Jg. 1954) stellt die Frage nach Vision und orphischer Dichtung mit den Mitteln "experimentellen" Schreibens neu. Das Ergebnis heißt "zungenenglisch", ein vielstimmiges, glossolalisches Sprechen, dessen Botschaft nicht übersetzt wird. Poesie drängt sich nicht auf, sie setzt sich aus.

ERICH KLEIN

Aus: Franz Josef Czernin: zungenenglisch. Visionen, varianten

Carl Hanser Verlag, 2014

FRANZ JOSEF CZERNIN: MIT GEZIEFERN

vogelort. im finnstern erstehen, uns rau schneckenackt.

auch bäumkrönung, was fleischeszähne. da mir abgöttisch erzern.

dies am ohrenschmaus. der rostapfel. so schrie brosamen, schimmelsangst

sehr missbillig. Rasch am verkleistern, irrführst. dass reizungen, spöttisch

heisschleimen. am eisen blosstelle. dir flügelkot, rauf himmelhoch,

ja, uns viel schimpfleckerei. fallobst am ende. thronstuhl.

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