: GEDICHT

ZU GUTER LETZT

vom 28.03.2018

Ludwig Hartinger, Lektor, Publizist und Übersetzer (geb. 1952 in Saalfelden am Steinernen Meer) bezeichnet sich selbst als "Wortlandstreicher". Er lebt in Salzburg und zeitweise auf dem Karst. Hartinger veröffentlichte Gedichte und Essays in slowenischer und deutscher Sprache. Bücher: "Die Schärfe des Halms, dichterisches Tagebuch 2001-2012" (Edition Tannhäuser, 2012),"Schatten säumen, dichterisches Tagebuch 2012-2017"(Otto Müller Verlag, 2018).

Erich Klein

Unter dem farn bargen sich die ersten buchstaben

einsam in durchsichtiger schärfe kristalliert der ort ein krokus blitzt am rain und fremde in dir bist du

vergiß das luftgeraum der wurzeln nicht wie ein echo in dir wandert deine schritte zweigen

unter lidern ist nie nacht im tiefen schatten schläft ein mond sonne aber läßt sich berühren vorm tag

in der vorfrühlingsbrise stille mit dem verkohlten föhrenspan schreib den schrei auf weißen stein

zwischen nebelschwaden dem hauchweiß des tags gongen dunkel fernen taucht ein ruder ins gewell

Ausschnitt aus: Ludwig Hartinger: Schatten Säumen, dichterisches Tagebuch 2012-2017

Mehr aus diesem HEUREKA

Anzeige

Anzeige