Zoologie

Der Wolf ist nach dem Streit dem andern Wolf kein Hund, sondern versöhnlich

Wölfe versöhnen sich nach einem Streit, während Hunde nach einem Streit einander aus dem Weg gehen

Jasmin Gerstmayr
vom 31.10.2018

Wölfe streiten miteinander öfter als Hunde, versöhnen sich danach aber rascher wieder, fanden die Forscherinnen Simona Cafazzo und Friederike Range heraus. "Versöhnung" äußert sich in der Tierwelt meist als Versuch, nach einem Konflikt gegenseitige Nähe herzustellen. Sie wurde bereits bei einigen Tierarten nachgewiesen. Um das Versöhnungsverhalten von Wölfen und Haushunden zu ergründen, wurden jeweils vier Rudel in Gehegen des "Wolf Science Center" in Ernstbrunn über einen Zeitraum von 500 Stunden beobachtet. Obwohl die Zahl der Aggressionen unter Hunden bei Weitem niedriger war als unter Wölfen, handelte es sich bei diesen Konflikten meist um tätliche Angriffe, zum Beispiel Beißen und Niederstoßen, im Gegensatz zu Varianten ohne Körperkontakt wie etwa reines Drohen und Schnappen. Die Hunde zeigten danach keine Anzeichen von Versöhnung, sondern mieden einander, während bei Wölfen Konflikte sogar dazu führten, dass die Individuen mehr Zeit miteinander verbrachten, meist initiiert vom rangniedrigeren Tier.

Dieses Verhalten erklären sich die Forscherinnen dadurch, dass Wölfe in der Natur stark aufeinander und eine funktionierende soziale Gruppe angewiesen sind, um zu überleben. Hunde hingegen müssen sich eher mit den Menschen gutstellen als mit ihren Artgenossen. Folglich ist die Fähigkeit, sich flott wieder auszusöhnen, für Wölfe viel wichtiger als für ihre domestizierten Verwandten.

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