VETERINÄRMEDIZIN

1001 Kotproben zeigen: Kaum Parasiten in Wiener Hundstrümmerln

Eigentlich sollte das Gackerl ins Sackerl, aber viele liegen dennoch in der Stadt herum. Zumindest sind sie kaum belastet

Jochen Stadler
vom 27.03.2019

Wenn man in Wien "ins Glück" steigt, das ein gesetzesuntreuer Hundebesitzer nicht entsorgte, kleben wenigstens kaum Parasiten an der Schuhsohle, berichten Wissenschafter. Im Vergleich zur Peripherie, dem ländlichen Raum und anderen Großstädten wären die Därme der Wiener Vierbeiner kaum von Würmern und anderem besiedelt, erklären sie im Journal Veterinary Parasitology.

Die Forscher um Barbara Hinney von der Veterinärmedizinischen Universität Wien besuchten 55 Hundezonen in den 23 Gemeindebezirken und zogen dort 1001 Kotproben. Zusätzlich fuhren sie nach Mödling und Wolkersdorf, um an Exkremente aus einer stadtnahen beziehungsweise ländlichen Region zu kommen.

"Im Vergleich zu Ergebnissen aus anderen Städten Europas zeigen die Kotproben aus der Bundeshauptstadt eine vergleichsweise geringe Häufigkeit von Parasiten", so die Forscher. Der Hundespulwurm war nur in jedem hundertsten Wiener Hundstrümmerl anzutreffen, Peitschenwürmer fünfmal so häufig. Bis zu zehn Prozent der Hinterlassenschaften beherbergten einzellige Parasiten. Mit der Entfernung zur Hauptstadt nimmt die Zahl der Schmarotzer zu. Bereits im "periurbanen" Mödling im Süden Wiens sei die Parasitenbelastung bei den Hunden signifikant höher als in der City, und im "ländlichen" Wolkersdorf, das nördlich der Stadt liegt, habe man am meisten Würmer und Einzeller in den Fäkalien gefunden.

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