IMMUNOLOGIE

Glückshormon gegen Krebs

Ein Baustein in Glückshormonen wirkt unter anderem gegen Krebs

Jasmin Gerstmayr
vom 27.03.2019

Ein wesentlicher Schlüsselspieler aus der Gefühlswelt spielt auch im Kampf gegen Krebs sowie bei Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle: Der Baustein "Tetrahydrobiopterin"(BH4) für Glückshormone aktiviert Immunzellen, die Krebszellen, aber auch den eigenen Körper angreifen können, berichten Forscher vom Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie IMBA.

Diese Immunzellen (T-Zellen) patrouillieren durch den Körper und enttarnen eigene, entartete Zellen, welche zu Tumoren werden können. Übereifrige T-Zellen richten sich gegen körpereigene Zellen und lösen dadurch Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose aus.

Mit einem eigens entwickelten Wirkstoff konnten die Forscher um Josef Penninger die Erzeugung von BH4 bei Mäusen und menschlichen Zellen hemmen und dadurch von T-Zellen ausgelöste Autoimmunerkrankungen außer Kraft setzen. Andererseits verpassten sie Mäusen mit Tumoren höhere Mengen an BH4, wodurch deren T-Zellen aktiver gegen die Krebszellen vorgingen.

Ein aus der Neurobiologie bekanntes System kann eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr einnehmen. BH4 gilt als vielversprechender Ansatzpunkt im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen und Krebs.

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