JUNGFORSCHERINNEN

Logik für das digitale Zeitalter:

Das FWF-geförderte Doktoratskolleg LogiCS an der TU Wien zieht Studierende aus aller Welt an. Auch diese drei forschen hier für ihre Dissertation

USCHI SORZ
vom 22.05.2019

Katalin Fazekas, 31 "Software-und Hardwaresysteme müssen korrekt funktionieren", sagt die Ungarin, die an der Universität Linz ihren Master in Software Engineering gemacht hat. Ans Wiener LogiCS-Doktoratskolleg kam sie, weil sie "die theoretischen Probleme hinter praktischen Anwendungen kreativ lösen möchte. Nicht nur, weil Menschen erwarten, dass Handys und Computer ihren Zweck erfüllen, auch ein Marsrover beispielsweise muss sicher landen können." Eine aus mehreren Millionen Codezeilen aufgebaute Software lasse sich aber schwer daraufhin überprüfen, ob sie den Spezifikationen entspricht. Hier ist Fazekas' Fachgebiet, die formale Verifikation, gefragt. "Logische Methoden sind ein hervorragendes Mittel, um Fehler zu finden, die sonst nicht bemerkt würden." Ihr Fokus ist es, diese weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Tobias Kaminski, 32 Er hat einen Bachelor in Kognitionswissenschaften, einen Master in Logik und Berechnung und sein Ziel ist "eine wissenschaftliche Karriere auf dem Gebiet der Logik sowie ihrer Anwendungen in der Informatik". Der Doktorand aus Deutschland integriert Algorithmen in Logikprogramme, die für Anwendungen der Logikprogrammierung nützlich sind, etwa in der Logistik oder Robotik. Der Vorteil bei riesigen Datenmengen: Man kann gezielt auf Datenquellen zugreifen, ohne sie komplett verarbeiten zu müssen. "Normalerweise gibt man einem Computer eine Sequenz von Anweisungen, eine Art Rezept, das er abarbeitet", erklärt er. "Logikprogrammierung ist ein anderer Ansatz, da wird ein zu lösendes Berechnungsproblem durch eine Menge logischer Formeln beschrieben. Darauf basierend, sucht der Computer automatisch eine Lösung."

Sanja Pavlovic, 26 Als Kind hat sich die Serbin "in die Mathematik verliebt", später kam die Leidenschaft für die Logik dazu. "Ich liebe Rätsel", sagt sie. "In der Forschung muss man ständig Probleme lösen, um Fortschritte zu erzielen." Im Studium hat sie sich auf angewandte Informatik und deren Wurzeln auf dem Gebiet der mathematischen Logik fokussiert. Für ihre Dissertation forscht sie zu künstlicher Intelligenz und intelligenten autonomen Systemen. "Ich arbeite an Techniken, die Logik verwenden, um Wissen auf präzise und maschinenverständliche Weise zu kodieren, damit der Computer daraus eigenständig neue Informationen ableiten kann." Für die meisten Menschen sei es selbstverständlich, das, was sie wissen, zu kombinieren und Schlussfolgerungen zu ziehen. "Doch dies dem Computer zu ermöglichen, ist eine Herausforderung."

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