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Klimakrise: Das Glossar

JOCHEN STADLER
vom 23.10.2019

1,5-Grad-Ziel Laut Weltklimarat ist es für die Menschheit immer noch erreichbar, die Globale Erwärmung auf durchschnittlich 1,5 Grad Celsius zu beschränken, was deren Folgen minimiert. 2-Grad-Ziel Beim Übereinkommen von Paris festgelegtes Vorhaben, den Klimawandel nicht über zwei Grad Celsius steigen zu lassen, was aber immer noch die Gefahr einer "Heißzeit" birgt. Ambitionierte Klimaschutzpolitik Derzeit weltweit eine Utopie.

CO2-Abscheidung und -Speicherung Anstatt weniger CO2 auszuscheiden, könnte man es bei den Schloten und Auspuffen abfangen und irgendwo unterirdisch dauerlagern. Ob dies effizient und ungefährlich funktioniert, ist ungewiss.

CO2 (Kohlendioxid) Treibhausgas, das zu sechzig Prozent zur Globalen Erwärmung beiträgt. Bleibt im Schnitt 120 Jahre in der Atmosphäre.

CO2-Äquivalent Ein Maß dafür, wie viel ein Kilogramm eines Gases verglichen mit CO2 in hundert Jahren zum Treibhausgaseffekt beiträgt.

Dauerfrostboden Taut der bisher ganzjährig in den Polar-und Gebirgsregionen gefrorene Boden durch den Klimawandel auf, werden Unmengen von CO2 und Methan frei.

Defossilisierung Die Abkehr von fossilen Treibstoffen als Energieträger.

Elektroautos Die klimafreundliche Alternative zu Benzin und Diesel verrauchenden SUV.

Extremereignisse Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere "Naturkatastrophen" werden erwiesenermaßen durch den Klimawandel häufiger.

Fossile Brennstoffe Kohle, Erdöl und Gas. Beinhalten Unmengen, in Millionen von Jahren angesammelten Kohlenstoff, der nun in einem "Augenzwinkerzeitraum" als CO2 freigesetzt wird.

Fridays for Future Protestbewegung, ausgehend von Schülern und Studierenden, die von Entscheidungsträgern weltweit eine ambitionierte Klimapolitik einfordern.

Geoengineering Abblocken von Sonnenstrahlen, bevor sie in die Atmosphäre eindringen, zum Beispiel mit Schwefeldioxid oder Nanopartikeln. Ob das funktioniert und wie gefährlich das ist, weiß niemand.

Globale Erwärmung Durch das Verheizen fossiler Brennstoffe, die Abholzung der Wälder und die intensive Landwirtschaft steigen die Durchschnittstemperaturen der Atmosphäre und der Meere. Je nachdem, ob wir weitermachen wie bisher oder gegensteuern, prognostizieren Wissenschafter bis zum Jahr 2100 einen Anstieg um 1,5 bis 9,5 Grad Celsius.

Klima Das durchschnittliche Wetter.

Klimadebatte Der Versuch von

Klimaleugnern über die wissenschaftlich erwiesenen Tatsachen zu diskutieren, dass das Weltklima wärmer wird und die Menschen dies verursachen.

Klimaflüchtling Muss seinen Lebensraum verlassen, weil dieser etwa im Meer versinkt, zur Wüste wurde, oder ständig von Extremereignissen heimgesucht wird.

Klimaleugner Nennen sich "Klimaskeptiker" und bestreiten den maßgeblichen menschlichen Einfluss auf das Klima.

Klimasensitivität Wie stark die weltweite Durchschnittstemperatur steigt, wenn sich die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre verdoppelt. Laut Weltklimarat zwei bis 4,5 Grad Celsius. Klimaverlierer Dazu gehören vor allem Menschen in den Entwicklungsund Schwellenländern sowie sehr viele Tier-und Pflanzenarten weltweit.

Klimawandel Früher natürliche, heute menschengemachte Änderung des Klimas. Wird auch Globale Erwärmung genannt.

Klimakrisengewinner Invasive Pflanzen-und Tierarten. Aber auch Menschen können in manchen Regionen vom Klimawandel profitieren, weil sie etwa auf einmal teuren Wein statt billigem Weizen anbauen können.

Lachgas Hat das 300-fache Treibhauspotenzial von CO2, bleibt im Schnitt 114 Jahre lang in der Luft und trägt fünf bis sechs Prozent zum Klimawandel bei. Kommt vorwiegend aus der Landwirtschaft.

Landwirtschaft Muss sich durch den Klimawandel umstellen, viel mehr bewässern, andere Sorten anbauen und vermehrt mit Ausfällen rechnen.

Meeresspiegel Steigt aktuell durch das Abschmelzen der Gletscher und Polarkappen.

Methan Gas mit dem 25-fachen Treibhauspotenzial von CO2, das neun bis 15 Jahre in der Atmosphäre bleibt. Stammt aus der Landwirtschaft, Industrie und Sümpfen und trägt zwanzig Prozent zur Globalen Erwärmung bei.

Sonnenaktiität Hatte bis vor Kurzem den größten Einfluss auf das Klima der Erde.

Treibhausgase Lassen Sonnenlicht durch die Atmosphäre, aber keine Wärmestrahlen, die von der Erde kommen. Ohne sie hätten wir auf der Erde im Schnitt Minus 18 Grad Celsius.

Übereinkommen von Paris Internationale Vereinbarung von 2015. Damals haben sich Staatsvertreter geeinigt, die Globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken.

Weltklimarat/IPCC Wurde von den Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie gegründet, um die Risiken der Globalen Erwärmung zu beurteilen und erörtern, wie man sie vermeiden oder sich anpassen kann.

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