: PALÄONTOLOGIE

Der Zahn der Schreckensechse: Ein Saurier aus dem Salzkammergut

Der Paläontologe Alexander Lukeneder entdeckte in Oberösterreich einen fossilen Pliosaurierzahn. Diese Saurier findet man selten

USCHI SORZ
vom 13.11.2019

Zwar nicht die Nadel im Heuhaufen, aber Ähnliches hat Alexander Lukeneder gefunden: "Den Zahn im Gesteinshaufen." Und zwar zwischen Traun-und Attersee in den nördlichen Kalkalpen. In Gesteinsschichten, die vor 132 Millionen Jahren während der unteren Kreidezeit abgelagert wurden, entdeckte der Paläontologe des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) im Vorjahr bei einer Grabung den etwa einen Zentimeter großen Zahn. "Ob der Seltenheit und besonderen Form des Fundes ist die Suche nach dem ,Besitzer' extrem kompliziert", berichtet er. Schließlich konnte er ihn mithilfe seines Kollegen Nikolay Zverkov von der Russischen Akademie der Wissenschaften als Pliosaurier identifizieren, in internem Kreis auch "Pliosaurier austriacus" genannt.

"Pliosaurier haben einen kurzen Hals, aber einen sehr langen Schädel", sagt der Forscher

"Im Aussehen sind sie mit den Mosasauriern aus den Jurassic-World- Filmen vergleichbar." Im Mesozoikum, dem Erdmittelalter, lebten sie im Meer und jagten andere Meeressaurier, Urhaie und Ammoniten. Der bekannteste Vertreter ist der bis zu zehn Meter große Liopleurodon. Der Fund gilt als wissenschaftliche Sensation. Es handelt sich um einen kreidezeitlichen Erstnachweis aus dem Alpenraum und den erst zweiten Nachweis dieses Meeresreptils aus dem Hauterivium, einer zeitlichen Stufe der unteren Kreidezeit, weltweit. Ab 2020 wird er im NHM zu sehen sein.

Mehr aus diesem HEUREKA

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!