MEDIZIN

Das Ziel ist Grundimmunisierung

Was man von einer Coronaimpfung erwarten kann

DIETER HÖNIG
vom 03.06.2020

Drei von vier Österreichern wären bereit, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen, ergibt eine aktuelle Umfrage des Gesundheitsministeriums. Was kann man von dieser Impfung erwarten?

"Eine Covid-19-Impfung lässt sich am ehesten mit einer Masernimpfung vergleichen, die erwiesenermaßen ein absolutes Erfolgskonzept darstellt", erklärt der Immunologe Peter Peichl vom Evangelischen Krankenhaus Wien.

Wie bei jeder Impfung hängen Wirkdauer und Verabreichungsschema sehr stark vom Immunisierungskonzept ab. Ziel ist, im Geimpften ausreichende virusneutralisierende Antikörper zu induzieren. "Mit einer Grundimmunisierung von zwei bis drei Impfdosen über die Wirkdauer lässt sich derzeit nur spekulieren. Sie wird aber hoffentlich, anders als bei der Grippeimpfung, mindestens drei bis fünf Jahre dauern", hofft Peichl.

Das Problem der Grippeimpfung ist die hohe Mutationsrate von Grippeviren. Nicht durch ein einzelnes Virus wird die Infektion ausgelöst, sondern durch mehrere, unterschiedliche Stämme. Sie werden im Vorhinein modellhaft "erraten". " Covid-19 stellt eine erstmalige Mutation im humanpathogenen Sinne dar. Über weitergehende Mutationen hat man derzeit leider noch zu wenige Informationen."

Der Zeitrahmen für eine Austestung des Impfstoffes liegt laut Peichl im besten Fall bei sechs Monaten. Realistischer sind jedoch zwei Jahre, um mit dem Impfstoff auch das oben beschriebene Ziel zu erfüllen.

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